Szarka Pince - Gino Ár Mádi 2012„Gino ár Mádi“. Was für ein Weinname. Hmmm. Da stockt man erst einmal beim Lesen des Etiketts und versucht sich einen Reim darauf zu machen:

Gino: ein italienischer Vorname.
Ár: das ungarische Wort für „Preis“
Mádi: verweist auf Mád, den Ort in Tokaj, wo das Weingut ansässig ist – und das „i“ am Ende macht ihn zu einem Wein aus Mád, zu Máder Wein.

Das verwirrt, macht keinen Sinn. Gut, der junge Winzer, Dénes Dávid Szarka, hört auf den Spitznamen „Gino“. Ich komme dann zur ebenfalls recht sinnentleerten Interpretation, dass das ein Wortspiel oder eine Andeutung in Richtung „Giorgio Armani“ sein soll….? Mal nachhaken, bei der nächsten Reise nach Tokaj, in Mád, bei „Gino“.

Das kleine Weingut jedenfalls ist kein Unbekannter. Vor Jahren drückte mir mein damaliger Stamm-Weinhändler die erste Flasche in die Hand. Ein 2008er Furmint. Gänzlich neu damals. Ich war enttäuscht. Mein Weinhändler aufgebracht! Der Rebsaft aber doch recht simpel gestrickt, zu derb gebürstet, zu roh, zu wild. Interessant: so ganz lassen kann es Gino nach wie vor nicht. Auch dieser Gutswein, eine Cuvée aus Lindenblättrigem, Furmint und Gelbem Muskateller, kommt erst einmal abweseind, ja fast urwüchsig rüber. Furmint dominiert. Wie viel Muskateller reingewandert ist, konnte ich auf die Schnelle nicht herausfinden. Wirklich wahrnehmbar ist er nicht.

Doch das Gesamtpaket hat im ganzen dann doch mehr zu bieten, verharrt nicht dort, wo die Anfänge seinerzeit hängen blieben. Der Máder Hintergassen-Winzer – gar nicht despektierlich gemeint, schließlich kommt Szarka Dénes bislang ohne externe Finanzspritzen aus – ist hier einerseits seinem Stilbild – so es das damals schon gab bzw. irgendwie angelegt war – treu geblieben. Direkt, völlig unverfälscht kommt der Inhalt rüber.

Karg die Frucht, hart, dicke, unreife Schalen und Häute, gegerbtes Leder. Mit fast krautigen Tönen. Einer salzigen Mineralnote, das hier nicht nur übliche, zum Standardrepertoire gehörender Weingesülze ist – Traubenkerne, Schalen, gelbes Kernobst, schlank laufende, recht harte wiewohl nicht dominante Säuren, Edelstahlklingen mit scharfem, sauberen Schnitt. Der braucht Luft, um sich die jugendliche Verschlossenheit und Ungezähmtheit etwas austreiben zu lassen. Dann gewinnt er an Substanz, legt ein-zwei Schichten zu. Aprikosenkerne, gefrostetes Quittengelee, Sauerteigkruste, Stein mit staubiger Erdschicht. All das sind kurz aufflackender Eindrücke vor einem nicht zu dichten, nicht zu breiten Körper und mittlerem Aus. Hat aber was. Ist nur nichts für Tokaj- oder gar Weineinsteiger. Wird spannend sein, anderes zu verkosten und die Entwicklung „Giorgio Armani’s“ der nächsten Jahre zu sehen.

Wein: Gino Ár Mádi 2012
Weingut, Ort: Szarka Pince, Mád
Rebsorte/n: Furmint, Hárslevelü,
Alkoholgehlat: 13,5% Vol.
Preis: 8,30 EUR (2.590 Ft)

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