Gizella Pince - Barát Hárslevelű 2012Das ist dann doch zu viel. Alkohol auf jeden Fall. Und dadurch auch von der Süße. Jedenfalls in jener Form, in der sie einem hier verabreicht wird.

Im Grunde lässt sich das Resümee vorwegnehmen. Im Grunde hätte man es auch vor dem Öffnen der Flasche ziehen können. Zwei Angaben verweisen darauf. Allzu voreilige Schlüsse hin oder her. Halbsüß ist er. Wird auch so ausgewiesen. Und hat trotzdem noch 14,5% Vol. Alkohol in sich. Getragen wird das von einer stattlichen Burgunderflasche. Das macht Sinn. Denn das ist ein echtes Schwergewicht. Ein Ozeandampfer der Halbsüßen dieser Welt. Nicht filigran. Nicht feinschichtig.

Die Nase hingegen exotisch bestückt mit Früchten der Südsee: Ananas, Mango, Banane, Litschi. Aus Europa Birnen und Dosenerdbeeren. Am Gaumen dann aber sehr unverblümt, gerade, direkt und fett und wuchtig und breit. Überreife Trauben, Himbeerfrucht, immerhin eine fein-würzige Bitternote von Tabak, Stroh, getrockneten Zierorangen, das baut sich zart als Gegenpol zur Frucht und Süße auf. Letztlich chancenlos. Die Süße fankiert die Frucht, ist aber zu viel und aus Mangel an entsprechenden Säuren auch zu offen, zu deutlich, alles andere überdeckend. Eine zäh, schwere Substanz ohne jegliche Leichtigkeit. Das ist das Ergebnis der Ernte von Ende September. Zu spät vermeintlich. Zu viel in jedem Fall. Mehr als ein Glas geht nicht an einem Abend. Der 2011er war wesentlich besser. Schade.

Wein: Hárslevelű Barát Dűlő 2011
Weingut, Ort: Gizella Pince, Tokaj
Rebsorte/n: Hárslevelű (Lindenblättriger)
Alkoholgehalt: 14,5% Vol.
Preis: 11,60 EUR (3.600 Ft)
Internet: gizellapince.hu

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