Kreinbacher - Somlói Juhfark Selection 2012Diese Juhfark-Selection aus dem Hause Kreinbacher vom Großen Somló hat was absolut Unnahbares, was stählern unterkühlt Distanziertes. Man denkt unweigerlich an die Moss, Cara Delevigne oder Toni Garrn. Schlank, erhaben, anmutig bisweilen, irgendwie ja auch durchtrainiert und doch nicht im Sportler Sinne – und eben zur (äußeren) Perfektion getrimmt.

Helles Stroh-bis -Zitronen-Gelb. Frucht? Zugänglichkeit? Nein. Is nicht. Spröde, abweisend wirkt sie. Schon die Nase macht das klar: vegetabil, leicht floral, kalte Mineralität, Kieselsteine auf mit Frost überzogenem Stahl. Holunderblüten aus der Ferne. Stark gewachste Orangen. Verdorrtes Unterholz. Schneeflocken auf von Seeluft gesalzener Haut.

Am Gaumen schlank, aber nicht abgemagert. Da ist schon was auf den Rippen. Hier ein Bruch mit dem Supermodel-Vergleich. Aber knochig, bewusst stählern, sehnig gehalten. No fruit ever. Allenfalls etwas unreife gelbe Birne und ein Spritzer Zitrone. Aber Austern. Sellerie. Ingwer. Glasklare Säuren. Sauber und sehr geradlinig. Das Holz der französischen und ungarischen 500-Liter-Fässer ist subtil integriert. Zum Ende hin lebt er ein wenig zu sehr von der Substanz des soeben Vergangenen. Da schwimmt der Unterbau weg. Doch die unwirtliche staubig-hölzerne Würze trägt, und trägt und trägt. Gesteinsmehl, Asche, knochentrockenes Wurzelwerk, Walnuss.

Der baut nicht so schnell ab. Kein Wein für Einsteiger. Keiner für den Alltag. Aber gut, verdammt nochmal.

Wein: Somlói Juhfark Selection 2012
Weingut, Ort: Kreinbacher Birtok, Somlóvásárhely
Rebsorte/n: Juhfark, zu Deutsch Lämmerschwanz
Alkoholgehalt: 13,0%
Preis: 11,60 EUR (3.550 Ft)
Internet: kreinbacher.hu

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