Dénes Hegybirtok - Sághegyi Rajnai Rizling 2011Die Tricollis Cuvée war ein Einsprengsel im Reigen der Ungarn-Rieslinge, die in diesen Tagen eine kleine Reihe bilden. Dieser hier ist bis auf weiteres der letzte im Bunde.

Er stammt vom Sághegy. Und aus Somló. Das ist kein Widerspruch. Auch wenn er ein wenig weg liegt vom eigentlichen berg, vom Nagy Somló, vom Großen Somló. Zum Anbaugebiet zählt der Satellit noch, offiziell.

Dort experimentiert das Kleinweingut Dénes Hegybirtok seit Jahren munter mit weißen Weinen. Mit Welschriesling, Chardonnay, Furmint  – und eben (deutschem) Riesling. Das ist bislang nicht weiter aufgefallen. Das fällt bis weiter auch nicht ins Gewicht. Die Mengen sind verschwindend gering. Die Randlage macht es auch nicht leichter.

Was hier nun im Glas gelandet ist, macht einen recht wilden, in jedem Falle unkonventionellen Eindruck. Der geht bei den ersten Schlucken vor allem voll und ganz in eine verquere Interpretations-Richtung. Zumindest denkt man immer und immer wieder: da hat man doch eine Fassprobe im Glas.

So wirkt er – gar nicht mal so sehr in der Nase, die hat zwar wenig, hellgelbe, teils unreife Frucht und ist insgesamt eher unterwentwickelt, mit mineralisch-salzigen Tönen und vegetabil-grünen Ausschweifungen.

So wirkt er – aber sehr wohl am Gaumen. Mit einer saftig-mostig daher kommenden Frucht aus Äpfeln, Birnen und Pfirsichen. Die wird von einem Tick Süße unterlegt und damit unterstützt. Das allein hat schon etwas „Unfertiges“, wie als müsste das noch ein Stück weiter gären dürfen, um die Frucht vollends auszubilden, herauszuschälen, vollumfänglich greifbar und sauber definiert werden zu lassen. Und dann gesellt sich da ganz schnell ein mineralischer Ton hin, der nicht mehr locker lässt. Das ist, wie als hätte man dieses saftig-mostige Etwas über einen langen Zeitraum in ein Kieselbett gelegt. Trüb-steinig wirkt hier die Mineraität rein, legt sich über alles und verfremdet alles gleichermaßen. Und zwar entscheidend. Das hat was, einfach schon durch sein anders drauf sein. Das fällt auf. Aber es kommt eben auch wirklich unfertig rüber. Zeigt Potential. Zwingt aber einen förmlich zum Ausruf: „Noch etwas nachsitzen, bitte!“ Dann kann da echt zu Ende gedachtes und gemachtes zu einem eigenständigen Stil führen. Doch auch so reicht es schon für ein, wenn auch kleines Ausrufezeichen!

Wein: Sághegyi Rajnai Rizling 2011
Weingut, Ort: Dénes Hegybirtok, Celldömölk
Rebsorte/n: Rajnai Rizling, also Riesling
Alkoholgehalt: 12,5% Vol.
Preis: 2.400 HUF, d.h. 7,85 EUR
Internet: deneshegybirtok.hu

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