Szeleshát - Három Fiú 2009Ziemlich genau viereinhalb Jahre ist es her. Da fand in Budapest der Auftakt einer Verkostungsreihe statt, bei der die ersten Weine von Szeleshát dem Markt und eben vorgelagert den Medien vorgestellt wurden. Im Zentrum des neuen Weingutes Stand schon damals das bemühen, Qualität und Quanität gleichzeitig liefern zu können – zu bezahlbaren Preisen für den „normalen“, bewussten Weintrinker.

An sich nicht schlecht. Und eigentlich nahe liegend. Ohne auch nur ansatzweise ins Detail gehen zu wollen: gelingen, tut das ja zumeist nur den wenigsten. Zumindest dann nicht, wenn Qualität gleichbedeutend verstanden werden soll mit handwerklich gut gemachten Weinen die zudem auch noch eigenständig rüberkommen.

Gerade in Ungarn gibt es einige Erzeuger, die wirklich bemerkenswerte Weine machen – nur eben seit jeher in rein homöopathischen Dosen. Die sind häufig zwar preislich sogar noch erreichbar, liegen bei einem Flaschenpreis von 10-15 EUR. Nur: im Zweifelsfall sind sie eben auch schnell weg, ausverkauft, und eben doch nicht mehr erreichbar.

Was Szeleshát gelingt: gute, recht komplexe Weine hinzustellen, die in der Tat absolut vertretbar eingepreist sind. Was dann doch nicht gelingen mag: einen eigenen Touch dem Ganzen zu geben, wirklich etwas Besonderes zu kreieren, das auf die Scholle, die Herkunft so verweist, dass jedem gleich klar ist – da ist Szekszárd im Glas.

Dennoch: auch bei dieser Cuvée hier, „Drei Jungs“ genannt, handelt es sich um ein kleines, sehr gerade und selbstbewusst daher kommendes Kraftpaket. Stilistisch ist man mächtig international unterwegs. Da bringen auch die 30% Blaufränkisch sie nicht vom Weg ab. Dunkelpurpurn und dicht im Glas. In der warmen Nase recht würzig. Tiefdunkle, über Tage auf einer Fensterbank mit südlicher Ausrichtung gelagerte Frucht aus Johannisbeere, Brombeeren, Holunder. Dazu Rauchfleisch, über die Maßen luftgetrocknet. Am Gaumen kommt die Würze zurück. Gleich zum Einstieg. Das macht auch der Blaufränkisch aus. Deutlich gezeichnet von den 12 Monaten in neuen Barriques. Das macht die eigentliche Würze. Das gibt Abrieb, da gerben die Stoffe. Volumen gibt der Merlot. Mehr könnte es allemal sein. Nicht Merlot. das braucht meinereins nicht. Volumen schon. Die Säuren hingegen machen sich gut. Pendeln zwischen der Würze und der doch recht zerkochten, aber dicht und kernig-zentrierten Frucht hin und her. Unablässig. Die drei Jungs sind Heteros. Männlich im klassischen Sinn. Konservativ im Stil, übertragen auf internationale rote Ware. Von der Substanz stoßen sie schneller als erwartet an ihre Grenzen. Doch die Luftzufuhr tut ihnen gut. Alt sind sie nämlich noch nicht. Machen zwar jetzt schon Spaß im klassischen Rotweinkanon, doch… Man geben ihnen noch Zeit.

Wein: HáromFiú 2009
Weingut, Ort: Szeleshát Szőlőbirtok, Várdomb
Rebsorte/n: 55% Merlot, 30% Blaufränkisch, 15% Cabernet Sauvignon
Alkoholgehalt: 14,5% vol.
Preis: 13,75 EUR (4.250 HUF)
Internet: szeleshat.hu

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