Losonci - Mókus Turán 2012Und noch ein Turán. Und nochmals kommen hier sehr sortentypische Charakteristika ins Glas. Es sind unbeabsichtigt die Wochen der unbekannte(ren) Rebsorten hier auf BorWerk.

Beim Turán von Luka aus Sopron schrieb ich von einer bleiernen Schwere, eine abgefedert wirkende, eine mit aufgesetztem Schalldämpfer und in Blech gepackte, dunkelrot-lilane Frucht und recht wenig Säuren. Das kommt dem hier von Losonci Bálint aus der Mátra auch recht Nahe und macht im Kern das aus, für was die Sorte steht. Säuren sind nicht der bestimmende Faktor. Auf eine wirklich frische Frucht erhebt man keinen Anspruch. Denn über all das legt sich dieses unsichtbare Netz, dieses gazeartige Etwas, das abpuffert, dämpft – und aromatechnisch seinen Beitrag in Form von „Blei“ leistet. Wie als wäre der Rebsaft in einem Bleibad zwischengelagert worden.

Immer auch wirkt die Frucht ein ganz klein wenig (übertrieben) süßlich. Hier sind es eingeweckte Zwetschgen, mit Zimt versehen. Vegetabile Stränge: grüne Wurzeln, Auberginen, Rosenkohl gar. Ein medizinischer Einschlag kommt mit mehr Luft hinzu, unterbaut den mittleren Körper etwas, das endet dann schließlich in deutlichen Baldriantönen. Recht dicht gewebt, intensiv, aber kaum adstringierend. Daher verlangt man unbewusst immer auch etwas mehr „Grip“. Interessant ist und bleibt das Ganze schon – aber eben auch eine Randerscheinung. Schöner Wein.

P.S.: „Mocus“ (sprich: mókusch) meint Eichhörnchen auf ungarisch. Warum der so heißt? Keine Ahnung.

Wein: Turán „Mocus“ 2012
Weingut, Ort: Losonci Pince, Gyöngyöspata
Rebsorte/n: Turán
Alkoholgehalt: 13,0%
Preis:  13,90 EUR (4.200 Ft.)
Internet: losonci.hu

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