Bussay - Zalai Rajnai Rizling 2011Lange nichts mehr aus Zala im Glas gehabt. Und damit lange nichts mehr von Bussay, denn wer sonst macht da noch Wein – außer eben Hobbyerzeuger. Zala, das ist dann wirklich der allerletzte Fetzen ungarische Erde, ganz im Südwesten, im wahrsten Sinne des Wortes an manchen Stellen nur noch ein Steinwurf von Kroatien und Slowenien entfernt.

Deutliche Spontanvergärungs-Noten in der Nase. Das legt sich erst am dritten Tag so, dass man eine klassische Rieslingfrucht mit Mandarinen, vor allem aber Aprikosen und Pfirsich in gelbster Form zuvorderst dankend annimmt. Daneben fast vegetabil-maritime Töne, Seetang, Salz, Sellerie. Am Gaumen auch, hat was sehr erdverbunden, urwüchsiges. Meint: schweißig, schweflige Töne, meint vegetabiles Etwas, eingelegte Gurken, hellgelbe Frucht. Interessant so, aber eher nicht für Jedermann und gar nicht für Wein-Neulinge, Quereinsteiger, Umsattler. doch auch das legt sich mit der Zeit – wenn jemand ihm die gibt.

Knackige, für manche sicher zu deftige Säuren mit schöner Frische, gelb angeleuchtet. Die kommen sehr aufrechten Ganges daher und haben Huckepack noch einen zarten Schmelz dabei, der mit leichter Zeitverzögerung eine fein süßliche Frucht einbringt. Wieder Pfirsich, noch mehr Aprikose, beide aus der Dose. Das reibt sich mit dem Rest, macht es spannend. Süffiges, aber eben auch leicht widerborstiges Weinchen das. Bezeichnend: je länger an der Luft, desto größer der Gewinn. Bezeichnend das, für saubere, natürliche, in sich ruhende Weine. Schön!

Wein: Zalai Rajnai Rizling 2011
Weingut, Ort: Bussay László, Csörnyeföld
Alkoholghalt: 12,5% Vol.
Preis: rund 8 EUR (2.390 Ft)

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