Miklóscsabi - Ezerjó "Csoda" 2011„Tausendgut“ heißt die Rebsorte. Ezerjó. Meist ist sie aus dem Kleinweinbaugebiet Mór, ihrer Heimat, wenn man so will. Und meist ist sie auch nicht wirklich spannend, allenfalls säureüberladen.

Dieser ist zwar auch nicht tausendgut. Auch wenn man die Niederkunft eines „Wunders“ – Csoda, so der Name des Weins – gerne mitgenommen hätte. Immerhin hat sich Miklóscsabi, der Winzer mit dauerputzigem Kosenamen, kein allzu trashig-trendiges Etikett machen lassen, hinter dem der Inhalt doch häufig mal zur Nebensache wird.

Gut so, denn der hat was. Ist ein rechtes Pfund! Schon die Nase verkündet das laut und deutlich: Stroh. Zerlassene Butter. Darin gewendet: reife, offene, goldgelbe Frucht. Sommererde.

Am Gaumen satt und ölig. Fett golden schlierend übrigens auch im Glas. Fest. Reif. Quitten. Marillen. Aprikosen. Angetrocknete Alpenkräuter. Zusammen mit der kalten Säure eher wie Obstwasser. Also streng wirkend, zur Ordnung rufend. Knusper-knasper-knister Säuren. Kühle matte, leicht aufgerauhte Metalligkeit, wie frisch geschabtes Quittenfleisch auf unbehandelter, im Sommer auf wenig über Null runtergekühlter Metalloberfläche, nicht rostfrei Solingen. Das hat was. Da kommt man nicht so dran vorbei und nicht so davon weg. Gut so. Geht doch.

Wein: Csoda Ezerjó 2012
Weingut, Ort: Miklós Pince, Mór
Rebsorte/n: Ezerjó (Tausendgut)
Alkoholgehalt: 13,0% Vol.
Preis: 8 EUR (2.490 Ft)
Internet: mikloscsabi.com

2 Antworten

  1. Hallo,
    im Titel steht 2011 aber auf’s Etikette steht 2012. Meinst du das Letztere?
    Und Danke für eine sehr interessante Homepage über Wein aus Ungarn!
     
    Christian

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