St. Andrea - Egri Bikavér Áldás 2011

St. Andrea – Egri Bikavér Áldás 2011

Wein und persönliches, situatives „Drauf sein“ und sonstige Rahmenbedingungen…

Da kommt man übermüdet heim, wärmt die Lasagne mit Tomatensoße nochmals kurz an und wünscht sich dazu einen schlichten, fruchtig-feinsäuerlich-frischen Chianti. selbst war man mal zum Schluss gekommen, dass Bikavér, das „Stierblut“, ein ähnliches Cuvée-Konstrukt aus diversen, recht munter gemischten Rebsorten ist (sein kann), wie sein toskanisches Pendant. Und da findet man im keller tatsächlich recht zielstrebig eine Flasche Bikavér, von St. Andrea. Dass das Etikett eher wie eines aus dem Piemont von Gaja daher kommt, stört weiter nicht. Nur bitte was unkompliziertes, tendenziell eher leichtes soll drin sein.

Und dann öffnet man das Ding und nimmt unbewusst den ersten Schluck nach den ersten Bissen – und kriegt eben doch ne recht ordentliche Breitseite ab. Unverhofft kommt oft, auch und gerade in Ungarn. Keineswegs schlecht ist der Wein, nein. Nur eben auf Anhieb doch mächtig. Ein Blick auf die Rückseite verrät: 14,5% Vol. Der Rebsortenmix, ein ganz ein wilder: Kékfrankos, also Blaufränkisch oder eben Lemberger, Pinot Noir, die beiden Cabernets, also Sauvignon und Franc, Syrah, Merlot, und dann wirds exotisch: Menoir, Turán und das Alphabet abschließend noch Zweigelt.

Mittleres Purpur, leicht trüb im Glas. Viel kühle, graphitene Brombeere, schwarze Johannisbeere, auch etwas Rauchfleisch und kühles junges Holz in der Nase.  Am Gaumen fest und zusammen mit der Pasta mächtig und mit deutlich ausgeprägter Würze, die in teilen sicher auch dem Alkohol geschuldet ist. Später, losgelöst von der Säure enthaltenden Pastasauce, gibt sich das dann ein wenig. Grundsätzlich bleibt aber ein fester, kräftig gewürzter Wein am Gaumen, der sich auch nachhaltig über diese Schiene definiert und profiliert.

Die Frucht kommt mit leichtem Zeitverzug recht frisch dazu, als da wären schwarze Kirschen, Brombeeren und Holunder. Ein wurzelig-erdiger Touch kommt  später durch, und dem Ende hind ann auch verstärkt Graphit-Töne, die etwas dumpf-hemmend auf den Rest einwirken. Recht füllig, nicht wirklich komplex und doch gut trinkbar, tendenziell international und offen, klar maskulin. Mittel im Abgang.

Für rund 10 EUR ein wirklich guter Alltagswein mit ordentlichem Preis-Leistungsverhältnis der so manches Fleischgericht wunderbar begleitet, insbesondere Rindersteaks schmiegen sich da sicher gut an. Bedarf aber dieser kleinen Vorwarnung ob seiner Kraft.

Wein: Egir Bikavér ‚Áldás‘ 2011
Weingut, Ort: St. Andrea, Egerszalóker
Rebsorte/n: Kékfrankos (Blaufränkisch/ Lemberger), Pinot Noir, Cabernet Sauvignon und Franc, Syrah, Merlot, Menoir, Turán Zweigelt
Alkoholgehalt: 14,5%
Preis:  10 EUR (2.990 Ft.)
Internet: standrea.hu

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