Szent Benedek Pincészet - Tokaji Furmint Szent Tamás Dülő 2008

Szent Benedek Pincészet – Tokaji Furmint Szent Tamás Dülő 2008

Dem „Gutsfurmint“ aus 2009 folgt nun der Lagenfurmint aus 2008. Und das von der vermeintlichen 1-A-Top-Lage Szent Tamás bei Mád, der wieder erlangte Ruhm sei Herrn Szepsy gedankt.

Der hier, von Szent Benedek, der hat’s in sich. Dunkles Strohgelb im Glas, leicht schlierend. In der warmen, dicht wirkenden Nase reifes Fruchtversprechen, Apfel, Kürbis, Salz, etwas Holz, ein Tick Nougat, eine Botrytis-Petrol-Spur. Am Gaumen mit kühlen Säuren einläutend, fein strukturierte nämlich, ganz dezent spitz zulaufend. Dann, eine anfangs recht zusammengezurrt wirkende Frucht aus grünen Äpfeln und Limetten. Zart schmmelzend dabei, Honigmelone, ja. Die Frucht gewinnt mit der Luft an Fahrt, etwas länger am Gaumen gehalten wird sie zur kleinen Zeitbombe der schönen Art: zum Apfelreigen gesellt sich Pfirsich, Stachelbeere, die Säuren takten schnell unterstützend mit. Wesentlicher greift aber da dann auch die Mineralität Raum. Würze-Trommelfeuer, warm, steinig-ledrig, hinten Ingwer, exotische Gewürze matt im Hintergrund. Etwas fehlt es an mehrschichtigkeit, an Komplexität. Man wird immer wieder auf die Frucht-Mineralitätschiene zurückgeworfen, die breit aber nicht allzu tief kommt.

Wirkt hier jemand eingangs noch etwas zaghaft verspielt, merkt man spätestens nach dem dritten Schluck und einer viertel Luftstunde, dass hier einem Trojanisches Pferd die Zügel allzu locker gelassen wurden. Doch da ist’s dann auch schon zu spät. Ein Glück. Lang im Abgang. Es soll auch gesagt sein, dass 23 EUR hierfür (etwas zu) viel Geld sind. Dennoch: zweifelsohne ein schöner Wein mit noch einigen Jahren Potential.

Wein: Tokaji Furmint Szent Tamás Dülő 2008
Weingut, Ort: Szent Benedek Pincészet, Tállya
Rebsorte/n: Furmint
Alkoholgehalt: 13,0% Vol.
Preis: 23,00 EUR (6.590 Ft)
Internet: szentbenedekpinceszet.hu

2 Antworten

    • Gar nicht so einfache Frage. Man befindet sich in Ungarn mit den trockenen Furmint (gibt es im Grunde ja erst seit 1999/2000) in einer Pionierphase, kann und muss also noch viel lernen. Und was in den Anfangsjahren erzeugt wurde, ist daher qualitativ sicher nicht so gut, wie das, was heute in die Flaschen kommt. man lernt viel und schnell, Fehltritte sind da aber ja auch immer dabei.
      Ich selbst habe schon einige Male „ältere“ Furmint verkosten können, 6-8 Jahre alt. Die waren noch in gutem bis wirklich erstaunlich schönem Zustand. Die teils harten Säuren haben ihre Ruhe gefunden, problematisch waren bislang die doch einfach hohen Alkoholgehalte (14-14,5% eher regel als Ausnahme). Aber das dürfte bei Dir (falls Du in diese Richtung denkst) wohl eh nicht so ausfallen.

      Und ganz grundsätzlich wird dem Furmint ja ein großes Potential, eben auch wegen seiner Lagerfähigkeit nachgesagt.

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