Pósta Borház – Cabernet Franc 2009

Das ist, ich kann nicht anders als eine militärische Metapher gebrauchen, ein Dumdum-Geschoss, das aus einer schallgedämpften Waffe abgefeuert wird. Der kommt weder schwer, noch süßlich oder gar brennend daher. Er wirkt weder wuchtig, noch allzu dicht oder füllig. Nur daran, dass die Frucht nicht frisch ist, alles sehr gedämpft wirkt, zerlassen, undifferenziert, lässt einen rätseln, lässt einen letztlich wenig Gefallen finden am Wein. Auch in der Nase eher gedeckt, undefinierte dunkelrote Frucht und stielige Traubenblätter. Am Gaumen nebst der dumpfen Frucht noch verhaltene Säuren und eine so schwach ausgeprägte Würze wie unklare Gerbstoffstruktur. Alles abgedeckelt, gedämpft.

Und dann schaut man aufs Etikett, sucht und findet die Angabe zum Alkoholgehalt: 16% Vol. Doch da ist’s ggf. schon zu spät, da hat man schon etwas mehr und vor allem zu schnell getrunken. Fatal, der Effekt, vorne schmal rein, hinten breit raus, Kopfschuss, um im martialischen Bilde zu bleiben.

Kein besonderer Wein. Bemerkenswert nur, dass er die 16% so zu verstecken weiß.

 

Wein: Cabernet Franc 2009
Weingut, Ort: Pósta Borház, Szekszárd
Rebsorte/n: Cabernet Franc
Alkoholgehalt: 16,0% Vol.
Preis: 12,40 EUR (3.499 Ft)
Internet: postaborhaz.hu

5 Antworten

  1. Klingt fast so als ob wir gut daran getan haben, keine ungarischen Weine im Programm zu haben.

    Kannst Du denn auch etwas „ausnahmslos“ empfehlen?

    • Klingt fast so, als ob Du hier sonst noch nicht vorbei geschaut hast…

      Gerade der Eintrag vor diesem empfiehlt sich zur Lektüre:
      http://borwerk.de/2012/11/27/tokaji-furmint-birtokbor-2011-demeter-zoltan-tokaj/

      Und gerne wiederhole ich das, was ich generell immer wieder hervorzuheben versuche: Ungarn ist aus meiner Sicht primär ein Weißweinland. Hier gibt es das Potential in Sachen Terroir (Tokaj, Somló) und autochtonen Rebsorten (Furmint, Hárslevelű). Und einige Erzeuger, die wirklich einen bemerkenswerten Weg gegangen sind und erstaunliche Qualitäten liefern. Zoltán Demeter eben, Attila Homonna, Királyudvar (geführt von Anthony Hwang), Kikelet und ich muss den Altmeister István Szepsy wohl nicht nennen.

      Aber ich kann und will eben auch nicht verschweigen, dass einiges noch in den Kinderschuhen steckt nach der zerstörerischen Kraft, welche der Kommunismus über die jahrhundertealte Weinbautradition gebracht hat. Und hier und da steckt manches eben immer noch in den Kinderschuhen, geht man stilistisch „eigene“ Wege, blickt nicht über den nationalen Tellerrand.

      P.S.: Bei Rotwein etwa mein Standardverweis auf Hort Hummel (Villány), da bitte mal die Portugieser probieren und ins Grübeln kommen… oder Malatinszky. Aber was soll ich noch mehr verraten, mit Offenheit sich mal selber umschauen. Oder sich weiter mit dem immer gleichen aus Italien und Spanien (a propos hohe Alkoholgrade…) rumschlagen, gähn. 😉

  2. Ich bin kein Wein-Experte, nicht mal ansatzweise, aber ich hab den Wein auf dem budapester Weinfest dieses Jahr getrunken und fand ihn Bombe (um mal bei den militärischen Metaphern zu bleiben).

    Ich hab allerdings Nachschubprobleme – Wo kann man den Wein ordern? Ich hab noch keinen Onlineshop gefunden, der ihn führt. Den WInzer und die Budapester Kadarka Bar habe ich schon mal angeschrieben, alles mehr oder weniger erfolglos.

    Hast Du da den einen oder anderen Tip?

    Danke…

  3. vielen Dank…

    So, jetzt muss ich noch was schreiben, weil der spam-filter mich sonst nicht posten lassen will, und unbedankt will ich die Hilfe hier ja nicht stehen lassen. So, ich denke das ist jetzt genug

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