Hagymási József – Egri Kadarka 2009, oder: was einem so alles wachsen oder blühen kann, wenn man allzu sehr mit traditionellen Motiven spielt

„Kuckuck!“, macht das dümmlich grinsende Mädchen, aus seinem überproportiert wirkenden Ungarisch-Retro-Flower-Power-Ornamentik heraus. Würd’ meinereins Noten vergeben, die Versetzung wäre schon angeischts des kitschig-verkommenen, ja – ich kann’s nicht anders sagen – häßlich anmutenden Etiketts akut gefährdet.

Losgelöst davon macht der Inhalt dann doch recht viel Spaß. Dabei verspricht schon die Nase mit einer saftigen Wärme und dunkelroten Kirschfrucht einem ein einfaches Vergnügen. Hier und auch am Gaumen fehlt dann lediglich das, was zu einem anständigen Kadarka eben doch quasi standardmäßig gehört: die Würze. Das macht den Wein in der Summe etwas zu rund geschliffen. Die schwarze Kirschfrucht mit ihrer leicht saftigen Anmutung will einen zwar nicht gleich reinbeißen, aber doh mehr davon trinken lassen. Auch wenn sie etwas mehr Frische verdient hätte, das wirkt doch schon leicht überreif. Daneben noch: metallische Töne, eine gaaanz leicht holzig-sperrig wirkende Bitterkeit, fein herb, aber eben nur fein herb würzig und auch nur gegen Ende zu.

Wein: Egri Kadarka 2009
Weingut, Ort: Hagymási Pincészet, Eger
Rebsorte/n: Kadarka
Alkoholgehalt: 12,5% Vol.
Preis: 9,80 EUR (2.790 Ft)
Internet: bormester.hu

Kommentieren? Hier entlang... ▼

Connect with Facebook


Verwandte Artikel