Frittmann – Kunsági Generosa 2011

Zweifelsohne, Generosa kann man heißen. Dann, wenn man eine italienische Stadt ist. Dann, wenn man ein Pizzarestaurant ist. Dann, wenn man auf Spanisch jemanden „freizügig“ nennen will. Das meint wohl auch das lasziv-lolitahaft-dominante Etikett. Und, ja, man kann Generosa auch heißen, wenn man eine ungarische Rebsorte aus 1951 ist (Ezerjó („Tausendgut“) x Roter Traimer).

Allein, es ist halt doch nur einer dieser kunstlos-verkrampften Versuche des sozialistischen Weinbaus, Neues zu schaffen ohne Waffen (der Weinkunst; was besseres fiel mir nach dem Reimdrang nicht ein). Wo Schwerter zu Pflugscharen wurden, wuchs am Ende nicht immer segensreiches.

Dafür kann Frittmann, der große „Qualitäts“erzeuger aus der tiefen Ebene erst einmal nichts. Doch hat er sich auf die Generosa eingelassen. Und das Ergebnis kann man allenfalls generös als etwas unlustig geratenen Saufwein bezeichnen. Unlustig deshalb, weil der Pfff, die Frische, zumindest so etwas wie ein Tusch Säure oder Fruchtigkeit fehlt.

Helles Strohgelb. Honig, süßlich-reife goldene Frucht, warmes Holz, all das und nicht mehr in der noch recht verheißungsvollen Nase. Am Gaumen: gelbe Frucht, satt, wachsüberzogen, und mit einem metallenen Grundbrummen überlagert. Läuft schlank, bietet wenig und bricht igendwann fast ganz weg, ergo wenig ergiebig. Oder, nochmals anders herangegangen: bitter, rauh-metallische Oberfläche auf der eine zu karg geratene Frucht hilflos offen liegt und quasi wegoxidiert. Ein seicht, geratenes, laues Weinchen ohne Kraft und Saft und Säuren, geschweige denn Rückgrat. Was zum Wegsaufen für schlappe 3,70 – und schwupps ist man abgesichts der 13% doch angetickert.

Wein: Kunsági Generosa 2011
Weingut, Ort: Frittmann Testvérek, Soltvadkert
Rebsorte/n: Generosa
Alkoholgehalt: 13,0% Vol.
Preis: 13,00 EUR (1.050 Ft)
Internet: frittmann.hu

Kommentieren? Hier entlang... ▼

Connect with Facebook


Verwandte Artikel