Skizo Vörös 2009 und Skizo Fehér 2011

Langsam neigt sich auch der richtig heiße und lang anhaltende ungarische Sommer seinem Ende zu. Und damit, nun doch schon als Glück zu bezeichnen, denn langsam reichts dann, auch die zeit der einfachen sommerweinchen. Dies hier nun ist der Beitrag eines neuen Weinguts vom Badacsony am Balaton in Sachen: technisch gefertigte Massenware, die sich unbedenklich gibt am Gaumen, trinkfreudig ist und, was die Erinnerung an den Glasinhalt anbelangt, einem an sich selbst zweifeln bzw. einer potentiellen Alzheimererkrankung verzweifeln lässt. Kurz: trinkt sich so gut und ungeniert wie gedankenlos und vergisst sich auch ebenso schnell wieder.

Daher vielleicht auch der (dämliche) Name Skizó, denkt man sich. Schizophren, wie kann man ein Weingut so nennen? Ganz so absurd und widersprüchlich ist die offizielle Herleitung dann zwar nicht: man will die Gratwanderung zwischen authentischer und Massenware hinkriegen. Naja. Künstlich wirkt sie daher dann schon.

Das ganze scheint mir wie eine erste, schnelle, und dann wenigsten auch verdammt professional anmutende Reaktion auf Krise, die Ausweitung des Billig-Sortiments unter Einhaltung eines wirklich akzeptablen Qualitätsrahmens. Entsprechend handwerklich einwandfrei kommen die Weine daher: sauber, klar, makellos. Und entsprechend preiswert sind sie, 4,30 EUR die Flasche. Für 5,90 EUR ist man dann schon mitten in der „Premium“-Produktpalette gelandet, was einem doch auch wieder etwas blödsinnig, ja fast wie eine Verarschung erscheint. Die zwei Beispiele sind unter den „einfachen“ angesiedelt.

Der Rote, Skizo Vörös aus 2009, kommt vom Szent György-hegy, ist, und das lässt aufmerken, ein „reinsortiger“ Syrah. Und macht sich gut, mit einer warmen, dunkelroten Fruchtnase, recht deutlichem Holz, mittlerem Körper, einem ziemlich würzigen Einschlag und gekocht wirkender Frucht, grifigen Säuren. Nett zu trinken.

Der weiße, Skizo Fehér aus 2011, kommt vom Badacsony, ist aus den beiden Blancs gewonnen, Pinot und Sauvignon, und zeigt sich, wie man so schön sagt, recht „trinkig“. Mit seiner metallisch unterfütterten Zitrusfrucht, grasgünen herbheit und dann doch zum Ende hin erstaunlich saftig und gar etwas substanziell werdenden Frucht macht er sich gut gekühlt begleitend zu einfachem Essen, gerne auch einem Salat, kann aber sicher auch als „weinerne“ Fröccs-Zutat was hermachen. Direkt, unkomplex – und ja, eben „trinkig“.

Wein: Skizo Fehér 2011
Weingut, Ort: Skizo Borház, Badacsonytördemics
Rebsorte/n: Pinot und Sauvignon Blanc
Alkoholgehalt: 12,0% Vol.
Preis: 4,30 EUR (1.200 Ft)

Wein: Skizo Vörös 2009
Weingut, Ort: Skizo, Badacsonytördemics
Rebsorte/n: Syrah
Alkoholgehalt: 13,0% Vol.
Preis: 4,30 EUR (1.200 Ft)

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