Dobogó – Satöbbi 2010

„Satöbbi“, das ist so, wie wenn man auf Deutsch einen Wein „usw.“ nennen würde. Denn „és a többi“ meint im Ungarische genau das. Nur dass im alltäglichen Schnellsprech das „é“ gerne mal wegfällt.

Was der Hund auf dem Etikett zu suchen hat? Ich weiß es nicht. Ich könnte es ggf. wissen, wenn ich den von Isabella Zwack vom ungarischen Wein- und Sektimperium Zwack verfassten halben Aufsatz linkerhand gelesen hätte. Das ließ ich bleiben, da mir die Säuren die Mundwinkel so  dermaßen zusammengezogen hatten, dass ich bis auf weiteres auf keine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Wein auswar. Verkostet habe ich dennoch brav.

Hárslevelű macht den undsoweiter. Er kommt leicht und doch ein wenig verkrampft daher. Mittleres Strohgelb. Die Nase wie in ein Metallfass gesteckt, darin eine recht spätreif wirkende Frucht, mit warmem Wachs überzogen. Am Gaumen schlank, mit unreif wirkenden Säuren, die schnell sehr spitz werden und gegen Ende gar hart und heftig wirken. Daneben kommt einem die Frucht wie unnötig reif vor, wie als wäre mit möglichst später Reife noch ein Maximum an Frucht und -zucker gegen die standhaften Säuren erzwungen worden, vergeblich. Gelbe Birnen und vor allem Quitten und Stachelbeeren, auch diese hier wächsern. Ausgesprochen flach nach hinten rauh, leicht bittere, grüngelbe Fruchtschalen im Säure-Überschus-Finale.

Sicher, bei 5,80 EUR kann nicht viel erwartet werden und 2010 war ein schwieriges Jahr. Das als Entschuldigung.

Wein: Satöbbi 2010
Weingut, Ort: Dobogó Pincészet, Tokaj
Rebsorte/n: Hárslevelű
Alkoholgehalt: 13,0% Vol.
Preis: 5,80 EUR (1.650 Ft)
Internet: dobogo.hu

Kommentieren? Hier entlang... ▼

Connect with Facebook


Verwandte Artikel