Bakó Ambrus - Olaszrizling 2010

Ambrus Bakó, ein neuer Name im Sortiment des Weinhändlers Bortársaság („Weingesellschaft“). Irgendwann hat man mal den Namen gehört. Mehr auch nicht. Auch bei ihm fing das mit dem Weinemachen so an, wie bei vielen anderen hier in Ungarn. Da war der Urgroßvater, der einst eines dieser klassischen Weinhäuser samt -keller am Badacsony, also am markantesten Berg des Balaton-Nordufers kaufte. Das wurde die Sommer“residenz“ der Lehrerfamilie. Lange Ferien, viel Zeit zum Verlieben in die Landschaft – und ins Thema Wein. Irgendwann kam dann für Ambrus die logische Schlussfolgerung: ich möchte selber Weine machen.

2005, so die Bortársaság in ihrer Erstvorstellung, begann dann alles konkret zu werden. Ambrus kaufte Most. Und der gelernte Molekularbiologe begann Erfahrungen zu sammeln. Klar war damit für ihn von Beginn an, welch wichtige Rolle Sauberkeit im Keller spielt. Und das ist bekanntermaßen leider keine Selbstverständlichkeit. Im Weinberg selbst überlässt er den Boden sich selbst. Sein Ziel: qualitativ mal so weit zu kommen, dass Selektionen möglich sind. Das klingt bescheiden, und ist doch etwas Besonderes neben den unzähligen  Hobbywinzern, die voll auf Masse fahren.

Zwei Hektar bewirtschaftet Ambrus am Badacsony. Heute kauft er noch Trauben dazu. Wenn Geld da ist, wird erweitert. Dann soll der Zukauf aufhören, er selbst alles alleine und vollumfänglich im Griff haben. Konzentration in den Trauben ist sein Ziel, zu hohe Alkholgrade vermeiden, lieber mit Restzucker spielen.

Amrbus setzt auf die spät reifenden Sorten: Olaszrizling (Welschriesling), Riesling, Kéknyelű (Blaustängler), irgenwann vielleicht auch mal Furmint. Er lässt alles spontan vergären, kühl ohne Kühlung, möglichst langsam, in gebrauchten, kleinen 100-Liter fassenden Holfässern.

Die Premieren-Weine, ein Welsch- und ein echter Riesling komme hier als Kurz-Serie.

Der Olaszrizling ist hell-strohgelb im Glas. Kommt in der Nase wie ein Olaszrizling, also wie ein Welschriesling daher: mit etwas stohig-gräsernen Tönen, einer kargen gelben Frucht, die etwas hart und trocken wirkt, warmen Honignoten und einer Prise Mineralität. Am Gaumen ist der Olaszrizling fein und klar geschnitten. Erst gegen Ende wird er fordernder, zeigt seine mineralisch-herbe Seite in Gestalt von Pfirsichkernen und metallenen Tönen. Das wirkt dann auch angenehm, weil leicht bräunlich-steinig-heuig nach. Davor und nochmals davor kommt man mit einer wächsern karg wirkenden, kernig-eng geschnittenen gelblich-weißen Quittenfrucht in Kontakt, mit schwachen Zitrussäuren, ganz dezent im Hintergund. Etwas wärmer gesellen sich Birnen, Äpfel und gar Litschitöne dazu. Alles feinfühlig, nicht allzu stark ausgeprägt und nicht wirklich komplex. Aber geht sich durchaus nett an.

Wein: Badacsonyi Olaszrizling 2010
Weingut, Ort: Bakó Ambrus
Rebsorte/n: Olaszrizling (Welschriesling)
Alkoholgehalt: 13,0 %Vol.
Preis: 9,10 EUR (2.750 Ft)

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