Szent Gaál Pincészet - Kadarissimo 2008

Vielleicht komme nur ich auf so was. Andererseits scheint die Assoziation naheliegend, die Namensgebung entsprechend dämlich. „Kadarissimo“, ein Superlativ, für den besten Kádár, den besten ungarischen Kommunisten-Oberschädel aller Zeiten? Wenn da nicht der kleine aber feine Unterschied wäre, der im Ungarischen gar einen anderen Buchstaben bedeutet: der Weinname schreibt sich mit „a“, der verstorbene Chef der ungarischen Sozialisten mit dem offenen „á“. Dämlich bleibt’s, einfallslos allemal.

Dem Wein und damit dem eigentlichen endlich zugewandt: ein reinsortiger Kadarka, aus Szekszárd. Den 2006er hatte ich in der damaligen Duellserie, nun geht es um den 2008er. In der Nase verhalten, wenig, eher hell rote Frucht und wie Nuckeln an lauwarmem, metallenen Laternenpfahl. Am Gaumen sofort zum Thema kommend mit seiner ausgeprägten Würze, zupackend. Insofern stimmt auch mal der einleitend auf dem Rücketikett, der von einem temperamentvollen Ungarn spricht, der auch deftiges ungarisches essen mitmacht. Tut dieser Kadarissimo sicher. Da sorgen auch die 14% Vol. Alkohol dafür, die ihren Teil zum Würzfaktor beitragen. Parallel, auf etwas untergeordneter Ebene findet dann noch Frucht statt, in Form von eingelegten Sauerkirschen, noch ein paar Zwetschgen daneben, in jedem Falle hellere rote Früchte, fast rumtopfartig eingelegt und von einer recht ausgeprägten Säure ummantelt. Im mittleren Abgang mit leicht vertrockneten Cocktailkirschen leicht adstringierend. Kräftig, fast deftig, hat Temperament, Ausdruckskraft, die aber leider auch trivialerweise recht viel mit dem Alkohol zu tun hat. Für den Preis aber wirklich gut.

Wein: Kadarissimo Szekszárdi Kadarka 2008
Weingut, Ort: Szt. Gaál Pincészet, Szekszárd
Rebsorte/n: Kadarka
Alkoholgehalt: 14,0% Vol.
Preis: 8,20 EUR (2.250 Ft)
Internet: sztgaal.hu

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