M. Aurelius - Villányi Reinhard's Cuvée 2000

Marc Aurelius, so heißt das Weingut. Reinhart’s Cuvée, so heißt der Wein. Im Auchan, so heißt diese unsäglichen französische Hypermarkt-Kette (um dem Verdacht der schleichwerbung entegegnzuwirken, sei hier auch noch die Konkurrenz von Cora und Tesco genannt), gekauft. Jahrgang 2000. Niemals was davon vernommen. Mitnehmen, probieren. Was kann das? Bei der Namenskombination… – hier der Verweis auf römische Wurzeln, da dieser Reinhart. Kann das was? Für knapp 8 EUR, mit 11 Jahren auf dem Buckel?

Nein, kann nichts. Zumindest nicht mehr viel. Ist schon ziemlich überm Berg. Klar stellt sich auch die Frage, wo der, diese eine Flasche ihr Leben verbracht hat, wie sie all die Jahre über gelagert wurde. Da entspringt noch der recht bräunlich mittel-rubinroten Flüssigkeit im Glas ein letztes bischen Frucht von, sagen wir Brombeeren. Aber vor allem Holztöne und Altertöne der unguten Art. Am Gaumen ist dann auch noch ein allerletzter Restbestand Frucht da, mit müder Säure, einige Tannine, nicht viele, und vor allem Holz. Hat vermutlich irgendwann mal sogar gar nicht so schlecht geschmeckt. Jetzt definitiv nicht mehr zu empfehlen (da helfen auch die Auszeichnungen nichts).

Und sonst? Der Erklärungsnotstand, was Aurelius und Reinhat anbelangt wird durch die (gewiss ungewollte) „Retro“-Seite des Weingutes aufgelöst. Alfons Reinhart, seines Zeichens Obstbauer aus Deutschland, hat 1997 das Weingut gegründet, zielt auf den deutschen Markt und ungarische Hypermärkte. Ob er immer noch produziert, erschließt sich einem niccht. Wenn ja, muss er mächtig Geld zur Vorfinanzierung haben und doch an einen schnellen Abverkauf und eine gewisse Langlebigkeit seiner Weine haben (der jüngste dort aufgeführte Wein datiert auf 2003 (wahrscheinlicher, dass das Weingut nichts mehr an- und ausbaut)). Marcus Aurelius, weil man im näheren Umfeld einst eine Büste des römischen Kaisers fand.

Eine Neuentdeckung, die einen trotz vieler Antworten mit Stirnrunzeln, aber zum Glück auch eine gehörigen Portion Gleichgültigkeit zurücklässt.

Wein: Reinhart’s Cuvée 2000
Weingut, Ort: M. Aurelius Pince, Villány
Rebsorte/n: 80% Cabernet Sauvignon, 20% Kékfrankos
Alkoholgehalt: 12,5% Vol.
Preis: 8,70 EUR (2.300 Ft)
Internet: m-aurelius.hu
Internet: tuzkobirtok.hu

4 Antworten

  1. Guten Tag,
    Ich wollte wiesen Ihre Meinung ueber Marquardt Kadarka 2009 – es wurde gerade der beste Szekszard Wein 2011 gewaehlt.
    Mit freundlichen Gruessen,
    Dorin Stefan

    • Lieber Herr Stefan,

      ich kann mich gerne um den Wein kümmern und darüber schreiben.

      Schöne Grüße,
      Peter Klingler

    • Ach wissen Sie, Herr Stefan, als Blogger wird man von Fachleuten zumeist belächelt und nicht ernst genommen. Fachleute im Sinne von „echten“ Weinjournalisten, die für Zeitschriften schreiben. Oder eben alle, die eine echte Ausbildung oder auch nur einige Seminare im Umfeld des Themas Wein durchlaufen haben.

      Ich selber habe bislang kein einziges Seminar besucht, mir einiges angelesen, noch mehr „angetrunken“ und bin einfach viel rumgereist, habe mit vielen Winzern geredet und auf alle dem aufbauend Wissen angeeignet und traue mir eine Meinung zu. Ob man mich als Fachmann bezeichnen kann, das haben andere zu beurteilen.

      Und letztlich ist es doch immer so: Wein soll Spaß machen, jeder sollte sich ein wenig auskennen, um nicht dumme Fehler zu machen und sich vor allem Zeit nehmen für den Wein, sich ein wenig zumindest bewusst damit auseinandersetzen. Am Ende geht es um Spaß haben, um bewusstes Erleben, Genießen.

Kommentieren? Hier entlang... ▼

Connect with Facebook


Verwandte Artikel