Zekk war offensichtlich schon leicht bedüdelt beim Fotografieren, zumindest würde das die leichte Schräglage von manch einer Flasche erklären.

„Zekk“ nennt Zwack eine kleine Serie von Weinen, die gemeinsam unter eben diesem Phantasienamen vermarktet werden. Zwack, das sind die, die auch dieses unsägliche Unicum-Zeugs herstellen. Nicht die Studentenzeitschrift, sondern die ungarische Variante von Jägermeister. Aua, gleich setzt’s allein dafür Schläge. da ist es jedenfalls einfach: man mag’s, oder man mag’s nicht.

Bei „Zekk“ ist das gleich schwieriger. Man kann sich mal die einzelnen Weine zu Gemüte führen. Genau das werde ich diese Woche der Reihe nach tun. Und man kann sich nebenbei das Drumherum anschauen und sich so seine Gedanken darüber machen. Auch das wird es hier geben. Es geht also mal um etwas mehr, als nur um den Inhalt der Flasche. Denn Teil des Zekk-Konzeptes ist, dass immer auch etwas mehr drauf steht, als es drauf stehen müsste. Mehr als Wein wiederum kann per se nicht drin sein.

Ach, um das sicherheitshalber gleich hier und jetzt sicherzustellen: ich will natürlich kein Marketing für Zack im Allgemeinen oder Zekk im Besonderen machen. Ich weiß ja auch noch gar nicht, was am Ende rauskommen wird. Will Schritt für Schritt vorgehen, Wein für Wein, habe keinen Blick nach vorne geworfen, nur das Gruppenfoto für den Opener schon mal gemacht.

Doch was ist „Zekk“? Wer, wäre angemessener. Ein Hase mit vierblättrigem Kleeblatt im Maul, Karnevalsmütze zwischen den Ohren, der sich auf jedem Etikett der Serie in verschiedenen Posen wiederfindet. Er, dieser Zekk, soll laut Izabella Zwack, jenes Familienmitglied der Zwack-Dynastie, die sich um die Weine und den Weinhandel kümmert, die Weine eigenhändig für die Serie aussuchen. Da geht das Marketinggeschwätz dann los und fabuliert von kosmischen Reisen (dieses Hasen) und seiner Macht als Entscheider, als Richter mit Daumen bzw. Pfote rauf (Winzer freut sich, weil der Wein Teil der Serie wird) oder hört ein „Sorry“ des „Jolly Jokers“ Zekk, wenn es nicht dazu gereicht hat. Viel mehr wird auf der Zwack-Seite zu Zekk nicht verraten.

Unabhängig davon kommt die Serie modern und recht bunt daher, soll Lebensfreude und Trinkspaß suggerieren. Doch jetzt endlich los mit dem ersten Wein…

Wie gesagt steht auf jedem Etikett noch mehr drauf und drum, um den Wein herum. Bei dem Chardonnay aus der Mátra die „Weisheit“ „Jeder Tag ist ein anderer Tag“ und „Zekk“ schwafelt was von Phosphoreszenz, da er gestern keinen in Mehl gewendete Forelle zum Essen bekommen hat, sondern sich mit einer Schweinehaxe zufrieden geben musste. Was seinem Magen nicht gut tat, weshalb er sich einen Gin und zwei Wodkas zum Frühstück genehmigte. Dennoch: nach wie vor ist ihm nicht gut.

Benedek Pince – Mátrai Chardoanny 2010

Ja, und? Soll das jetzt heißen, dass dieser Chardonnay in solchen Situationen Abhilfe verschafft? Als Begleiter eines Katerfrühstücks, als Konterweinchen? Er ist in jedem Fall wie reinster Orangensaft in der Nase. Und am Gaumen eine Frucht zum Reinbeißen: wie als würde auf eine leicht schräge Metallplatte eine wunderbar saftige Frucht aus Ananas, Orangen und Bananen mit einem Säurespritzer Zitrone tropfen. Fruchtigster Trinkspaß. Der Sommer ist da.

OK, wenn das die Stilvorgabe für die Zekk-Weine ist? Dann erwarten einen wohl noch einige fruchtbetonte Feierbiester – die das Gesabbel auf dem Etikett schnell vergessen machen. Der günstige Preis tut sein übriges. Fortsetzung folgt.

Wein: Chardonnay  2010
Weingut, Ort: Benedek Pince, Gyöngyöstarján
Rebsorte/n: Chardonnay
Alkoholgehalt: 12,0% Vol.
Preis: 5,50 EUR (1.497 Ft)
Internet: benedekpince.hu

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