Nach dem ersten nun der nächste Teil der Verkostungsnotizen über jene illustre Mischung von Weinen, die einem nach der Blindverkostung und parallel zum Abendessen von Mitgliedern der TBT (hier zum Einstiegsartikel über die Winzervereinigung) zur Auswahl stand.

Dorogi Testvérek – Tokaji Furmint Élőhegy 2008

Der Furmint von Vissy war mit seiner recht eigenwilligen Würze interessant. Verschwiegen werden darf dabei nicht, dass wie bei den Bartas auch hier Attila Homonna maßgeblich helfend eingreift. Nicht zu toppen war allerdings einmal mehr das Vióka-Duo von Zoltán Asztalos – wobei mir persönlich der „Einser“ derzeit besser gefällt.

Furmint Élőhegy 2008, Dorogi Testvérek

Ein Furmint aus der Lage Élőhegy, direkt bei Tarcal gelegen. Weiße Blumen, ein wenig Pfeffer und Paprika und dann eine leicht süßlich grüne Apfelfrucht in der Nase. Zurückhaltend. Grünliche, etwas künstlich wirkende Frucht und ebenso ge- oder verfärbte Säuren, auch nur recht schwach ausgeprägt. Wirkt insgesamt etwas eindimensional und bricht zum Ende hin schnell weg.

Furmint Peres 2009, Vissy László

Leicht pfeffrig-grüne Kräuternase, salzige Meeresluft. Am Gaumen eine in Steingarten gegossene leicht trübe und dabei hellgelbe Frucht aus halbreifen Birnen und Quitten. Kühle, leicht scharfe Mineralität, Pfeffer. Die Schärfe macht ihn eigenständig, fordernd, wünschenswert noch etwas mehr Struktur und Tiefe.

„Édes Álom“ Peres dűlő 2008, Vissy László

Aus Furmint und Zéta  (Fumint x Bouvier) und aus 57 g/l Restzucker bei 7,8 g/l Säure besteht dieser „Süße Traum“ aus der Lage Peres, über die mir leider keine Informationen vorliegen. Ach ja, 15% Vol. Alkohol sind da dann auch immer noch im Spiel. Vielleicht kann man denen die leicht aufdringlich wirkende, an Parfüm erinnernde Nase zuschreiben. Daneben noch Aprikosen und mineralische, fast etwas salzige Noten. Am Gaumen dafür erstaunlich kühl und frisch und fruchtbetont, anfangs. Karamell – und getrocknete Aprikosen in wenig Wasser eingeweicht, mit eher verhaltenen Säuren unterfüttert. Dann bahnt sich doch eine eher alkoholische als mineralische Würze ihren Weg. Was schade ist, den Wein unausgewogen, wuchtig macht.

 

 

 

 

 

Asztalos Zoltán und Frau aka AZ Nektár Pince – Vióka 2008 (Version eins)

 

 

 

 

Vióka 2008, Az Nektár (Asztalos Zoltán und Frau)

Ein Wiedersehen mit diesem reinsortigen Furmint nach gut zweieinhalb Monaten. Und was für eines! Was für ein Zugewinn, abermals. Dosenananas in der Nase, aber in Form einer klaren steinig-dosenmetallenen überreifen goldgelben Frucht. Am Gaumen sehr direkt ansprechend, geradezu unverschämt fordernd (ganz leicht wahrnehmbares Kohlendioxid hilft da nach…?), mit deutlicher, klarer Mineralität, hier eine angedeutete Linie von Küchenkräutern, da die Frucht bilden Ananas und Aprikosen, die frischen gelben Säuren vibrieren geradezu im Wechselspiel mit der leicht spürbaren Restsüße. Da ist Spannung, da ist Struktur, da ist viel Trinkspaß!

Vióka 2 2008, Az Nektár (Asztalos Zoltán und Frau)

Die „2“ nach Vióka macht den Unterschied – und der ist entscheidend. Der Einser oder besser gesagt der Zahlenlose fand sich fünf Monate im Holz. Dieser hier, der Zweier 18 Monate lang. Das Grundmaterial, der Most, war ein und derselbe. Das Ergebnis: ein kleiner, wiewohl extremer Wein – und es gilt auch dies positiv zu verstehen. Frisch zerstampfte und kurz vor dem Kompott-zustand sich befindende reife gelbe Äpfel in der Nase. Und am Gaumen mit sehr geschmeidiger Textur, zart schmelzend, leicht grünliche, vielleicht einen Tick zu schwache und doch vital wirkende Säuren halten ausbalancierend dagegen. Die Frucht ist auch hier überreif und aus goldgelbbackigen Äpfeln, Butter, etwas Karamell und Holz. Und all das spielt sich im Direktvergleich zum Einser zwar in einem gesetzteren Rahmen, aber im Mund deutlich höher, in Gaumennähe ab. Schön, interessant.

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Morgen dann der Abschluss, mit Notizen zu Weinen von Csite, der Bott Pince und Kikelet…

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