Tokaji Bormívelők Társasága

Fortsetzung der allgemeinen Einleitung über die Tokaji Bormívelők Társasága (TBT), über die Tokaj Wine Artisans’ Society. Der Link sei bitte als echte Leseempfehlung zu entstehen, ohne Nebentöne wie etwa den von Eigenwerbung. Die Verkostung fand im Weingut Patricius statt, was einen angemessenen, würdigen Rahmen ohne zu viele Schnörkel bildete.Ganz unabhängig davon muss auch ein großes Lob für die organisation im Ganzen ausgesprochen werden, die kurze Wanderung durch drei Lagen (Fotoeindrücke am Ende des Beitrages) einschließlich eines Picknicks und dem Abendessen mit zahlreichen weiteren Weinen (hierzu folgen die Notizen sukzessive in den kommenden Tagen).

Verkostet wurden in den abgebildeten Reihenfolge acht Weine blind, lediglich der Jahrgang wurde bekannt gegeben. Die Jury sprich die anwesenden Verkoster setzten sich aus Mitgliedern der TBT, also Winzern, Weinjournalisten und Bloggern zusammen.

Persönlich großen Gefallen hatte ich an zwei stilistisch gänzlich unterschiedlichen Weinen, dem Barakonyi Hárs 2009 von Tokaj Nobilis und dem Váti Hárs 2009 von Kikelet. Der Határi von Bott, den ich am häufigsten probieren konnte, scheint derzeit in einer deutlich verschlossenen Phase  zu stecken.

1. Furmint Király 2010, Árpádhegy Pince, Szerencs

Ein schönes Beispiel für den 2010er Jahrgang in Tokaj, hieß es. Meinereins hat davon noch nicht viel gesehen. Und so will man das einfach mal glauben und positiv nach vorne interpretieren. Spontan vergoren. Durchlief den biologischen Säureabbau. Helles Stroh. Kühle, klare Aprikosennase, Gräser, leicht florale Töne, etwas später dann wie nach Betreten eines Gewürzgartens. Am Gaumen ausgesprochen klar und geradlinig strukturiert, fest und aufrecht, wenn auch nicht allzu konzentriert und vielschichtig. Pilze, auch hier Aprikosen, feine Säuren, ganz leicht salzige Noten und etwas Rauch gegen Ende.

2. Hárslevelű Zafír 2010, Árpádhegy Pince, Szerencs

Ebenfalls spontan vergoren. Wiederum helles Stroh. Leicht an Muskateller erinnernde Noten, Pfirsich. Wieder klar strukturiert, fruchtiger ausfallend mit dezenten Zitrustönen und mineralischen Säuren, halbtrockener Stein. Ich hatte bislang keinen Wein von der Árpád-hegy Pince, hinter der als Person István Varkoly und seine Familie steht, im Glas gehabt und war, wenn auch nicht begeistert, so doch wirklich positiv überrascht.

3. Furmint Halas 2008, Breitenbach, Bodrogkisfalud

Mittleres Strohgelb. Leicht überreif und leicht angegangen, aufgeplatz wirkende tropische Frucht in der Nase. Am Gaumen halbtrocken wirkend, Apfelschalen, Honig, Flechten, mit recht dichtem Schmelz kompottartig, gesetzt und doch fast etwas schwülstig, mit mineralischer Würze, gegen Ende etwas alkoholisch. Erschien sehr reif für sein Alter.

4. Hárslevelű Barakonyi 2010, Tokaj Nobilis, Bodrogkeresztúr

Mittleres Zitronengelb. Ausgesprochen elegante, kühle Nase, mit Heilkräutern, Thymian. Am Gaumen druckvoll und vielschichtig, mit kräftigen Säuren und einer ausgeprägten Mineralität, beides dennoch nicht ungetzügelt, sondern sehr wohl aufeinender abgestimmt. Robust und aufrecht, Zitrusfrüchte und Äpfel, leicht feuchter Stein, gegen Ende wieder deutliche, kühle Kräuternoten.

5. Furmint Határi 2009, Bott Pince, Bodrogkisfalud

Mittleres Strohgelb. Recht verhalten in der Nase, Wassermelonen und Aprikosenkerne. Eher verschlossen und schlummernd kraftlos wirkend am Gaumen, weich texturiert, hauptsächlich Mandeln und Aprikosenkerne, Quitten und gelbe Birnen, zurückgezogene Säuren, zunehmende Würze und damit einher gehende matte Bitterkeit.

6. Unbekannt 2009

Hefig-medizinisch und Ananas in der Nase, mit viel Luft dann zunehmend Johannisbeeren. Sehr Säurebetont, leicht grünliche Steinigkeit, wiederum deutliche, halbreife Johannisbeeren. Merkwürdig bedeckt, verschlossen, defragmentiert. Der Wein wurde nicht freigegeben, zur Wiederverkostung für eine endgültige Entscheidung im Kreis der TBT hinten angestellt, blieb deshalb anonym.

7. Hárslevelű Váti 2009, Kikelet Pince, Tarcal

Helles bis mittleres Strohgelb. In der Nase Stroh, Joghurt, Häute von Aprikosen und Pfirsichen. Halbtrocken. Leicht gedeckte Pfirsichfrucht, Spuren von Zitrus, Feuerstein in Wasser, Anis, sehr feine, zart schmelzende Textur, schönes Frucht-Säure-Spiel. Filigran.

8. Ahogy termett 2007, Tokaj Nobilis, Bodrogkeresztúr

So, wie es sich ergeben hat. Ein süßer Szamorodni aus der Lage Barakonyi. Mehr ein Experiment, als ein konsequenter Ansatz. Apfelschalen und getrockene Aprikosen, nach einiger Zeit Botrytis und serh fern, dennoch etwas störend, Klebstoff. Sehr leicht und etwas zu viel Süße, gegen die nicht ausreichend Säuren und Exrakte laufen. Türkischer Honig, Karamell und Quittengelée, alles eher andeutungsweise, im „Vorbeihuschen” gezeichnet. Leider ohne das Eck „Filigranität“ wirklich ernsthaft anzugehen.

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Wie eingangs erwähnt war, wenn man so will ein Stück weit vorbereitend zwischen den Reben unterwegs gewesen. Konkret: einschließlich Picknick ein gut vierstündiges Programm, das einen vom Weingut Patricius, umgeben von Vár hegy durch die Lagen Barakonyi, Csirke und Lapis und wieder zurück zu Patricius führte. Einige Impressionen…

Furmint in der Lage „Barakonyi“, vorne Pflanzung von 2004, hinten in Einzelpfahlerziehung von 2009

Ryolith-Gestein: der Mineralitäts-Lieferant, der Mineralitäts-Garant (Lage Barakonyi)

Lage „Csirke“, übersetzt Huhn

Andere Perspektive, wieder der Blick auf Reben in der Lage „Csirke“

Und das Picknik, angehehm im Schatten. Vorne, beim Flasche öffnen: Péter Molnár von Patricius

Die Lage „Lapis“ – schon jetzt eine der berühmtesten in Tokaj (die Terrassen im Hintergund sind der Hort der besten Qualitäten)

Abendstimmung, kurz vor heftigem Gewitter. Weingut Patricius.

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