In Ungarn gibt es verdammt viele Weinregionen, viele Erzeuger und konsequenterweise auch unheimlich viele Weinpreise. Nun hat die Stiftung „Vinum Praemium“ auch meine Aufmerksamkeit geweckt, indem sie jenseits der abgenutzen Pfade fündig wurde und vermeintlich die „Richtigen“ getroffen hat. Das ist subjektiv und auch wieder nicht. In jedem Falle spricht auch die Besetzung des Gremiums für sich, so dass man kann davon ausgehen kann, dass sie allein Unverständlichkeiten wie etwa jene der Preisverleihung des „Winzers des Jahres 2007“ an Frittmann zu verhindern wüsste, ja nie auf die Idee käme. Zu den insgesamt drei Preisen…

Kaló Imre aus Eger ist 2011 „a Borászok Borásza“, der Winzer der Winzer. Der Winzer Ungarns, der wohl am meisten mystifiziert wird. Selbst noch nie bei ihm gewesen habe ich nur ein Mal und mit etwas Glück bzw. Zufall einen Schluck eines Roten von ihm probieren können – der nett war, der Wein. Sonst ist er in ungarischen Weinkreisen in vielerlei Hinsicht als extremer Erzeuger mit extremen Ansätzen, ausdrucksstarken und lagerfähigen Weinen bekannt. Diese gibt es nur bei ihm, ab Hof, kein Vertrieb, nichts.

Klingt verrückt, ist es auch. Nachdem man ihn genau deshalb immer wieder vergisst (aus den Augen kann man ihn letztlich nicht verlieren, da er in Gestalt von Weinen ja nicht präsent ist), muss ich mich wohl doch mal bei ihm um einen seiner wohl lange im Voraus zu beantragenden, nicht einfach zu kriegenden Verkostungsplätze kümmern.

In jedem Fall scheint diese Auszeichnung interessanter und sinnvoller, als so manche andere. Da passt auch jene für Losonci Bálint aus der Mátra ins Bild, der als „Neuentdeckung des Jahres“ gefeiert wurde, was mich auch persönlich ganz besonders freut.

Den dritten Preis, „für den ungarischen Wein“, schließlich erhielt Maurer Oszkár, der jenseits der heutigen ungarischen Grenze in Serbien teils wirklich interessante Terroir-Weine erzeugt und – wenn man so will – eine Botschafterrolle für die dort vor Ort lange vorherrschende ungarische Weinkultur inne hat.

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