Sipos - Szürkebarát 2008

Grauburgunder vom platten See. Genauer vom Badacsony, dem markanten Vulkanberg am Nordwestufer. Da brennt die Sonne im Sommer ohne Gnade auf den dunklen Basalt. Was häufig zu hohen Alkoholgraden führt. Auch bei Weißweinen, die dort vorwiegend angebaut werden. Die 13,5% dieses Szürkebarát, Grauburgunders, sind da schon fast die untere Grenze. Obwohl gerade Grauburgunder zu höheren Werten neigt.  In jedem Fall ist das hier nicht hoch gegriffen. Sipos Borház (Weinhaus) ist ein mir bislang nur von den Regalen, vom Sehen her bekannter Name. Der erste Kontakt durch den „Szürke“ ist immerhin ein erfreulicher.

Helles Strohgelb. Stein-Mineralik in der eher kühlen Nase, schön rauchig-kräuterige Töne aber vor allem geschmorte vollreife gelbe Birnen und, deutlich gedämpfter, Aprikosen. Am Gaumen fällt zuerst eine angenehme, weil leichte Spannung zwischen kräuterig-mineralischer Würze und einer subtilen Fruchtsüße auf, kühle, vollreife Frucht von zusammen mit getrockneten Gräsern kandierten Äpfeln. Die Säuren schwach, fast etwas lebslos, daher fehlt auch der Druck ein wenig, vor allem dem Ende zu. Ehe dann im Abgang wieder die Würze abgeschwächt, in merkwürdiger Form am Gaumen verharrt: mit einer matten, abgeschmackt wirkenden Mischung von Algen-Moos-Flechten und metallischer Mineralität. Kein allzu breiter und komplexer, vor allem vom internen Spannungsverhältnis und der reifen Frucht lebender Grauburgunder. Nett, mehr als gefällig. Der Preis geht so in Ordnung.

Wein: Szürke 2008
Weingut, Ort: Sipos Borház, Badacsonyörs
Rebsorte/n: Szürkebarát (Grauburgunder)
Alkoholgehalt: 13,5%
Preis: 6,20 EUR (1.700 Ft.)
Internet: siposborhaz.hu

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