Zum Teil I über Dénes Hegybirtok und Imre Györgykovács (Somló)
Zum Teil II über Szt. Ilona Borház und Kreinbacher Birtok (Somló)
Zum Teil III über Laposa und Lajos Takács / Hollóvár (Somló)
Zum Teil IV über Királyudvár (Tokaj) und Frigyes Bott (Felvidék / Süd-Slowakei)

Tamás Pók – Eger

Négykezes 2008

„Vierhändig“, weil das Werk der Winzer Tamás und Böbe. Ein Cuvée für den Alltag soll es sein, aus Kékfrankos, Cabernet Franc und Pinot Noir. Rote Früchte, Waldluft, ein Hauch von Schweißfüßen – spannend also und trotz der schweißigen Note wirklich ansprechend in der Nase. Am Gaumen herausfordernd weil nicht alltäglich, Waldboden, frisches Gemüse und hellrote, leicht süßliche Frucht, zum Ende hin mit grünen Bitternoten, männlich, rauh, eckig, etwas ungelenk und doch in sich irgendwie OK, stimmig wäre übertrieben. Ein außergewöhnlicher Alltagswein, der einem vielleicht etwas mehr Aufmerksamkeit abverlangt, als man es im Alltag gerne hätte. Dennoch oder gerade deswegen: kleines Ausrufezeichen!

Pajdos 2008

Aus der Lage Pajdos Kékfrankos (48%), Merlot (30%), Cabernet Franc (16%) und Pinot Noir (7%). Ein Eger-Vertreter, klassisch, rote Frucht, Waldboden, Kiefern in der warmen, recht vollen Nase. Am Gaumen mit wenig Säuren gleich recht viel Aufmerksamkeit erreicht, Zwetschgen und rote Kirschen machen eine schöne, klare, schlanke Frucht, auch hier kommt die Fruchtmischung mit einer leichten Süße daher, noch etwas Lakritz, Muskatnuss und warmes Holz. Mittlere Länge. Schön.

Bislang habe ich Tamás Pók wohl zu wenig Aufmerksamkeit zukommen lassen. Das sind schöne Weine, die auf ihre Herkunft verweisen und dabei doch ganz eigenständig, charakterstark sind.

Pósta Borház – Szekszárd

Nach dem bereits verkosteten Cabernet Franc hatte ich nun die Gelegenheit, auch noch die beiden anderen Weine des am Budapester Weinhändlerhimmel neu erschienenen Szekszárder Weingutes zu verkosten. Mit den beiden Weinchen gelingt mir gegenüber die Rehabilitation.

Kékfrankos 2007

Den Blaufränkisch oder Lemberger oder wie er auch immer genannt werden soll hätte ich selbst nun eher aus Eger kommen sehen. Hellrote Frucht, Tanne, Erd- und Himbeere und eine elegante Leichtigkeit verweisen zumindest eher in den Norden, also ins südlichere Szekszárd. Ein zentrierter Fruchtkern aus Kirsche und Brombeere, drumherum dann erdige Töne, getrocknete Kräuter, klare Säuren. Wirklich nett.

Noirkékmerfranlotpinotkos 2007

Der Name: kein ungarisches Wort, sondern aus Marketinggesichtspunkten so ziemlich eine der dämlichsten Ideen auf die man kommen konnte. Die Zerhackstückelung von Kékfrankos, Pinot Noir, Merlot – wunderbar zu merken für jeden Kunden, der gerne das Ding mal wieder kaufen möchte. Das Ding, ich kürze es jetzt mal so ab, macht dann immerhin auch wirklich was her. Räucherspeck, schwarze Kirschen und erkaltete Backäpfel in der gedeckten Nase. Am Gaumen warm, fein adstringierend, mit recht griffigem Holz, rote Kirschen und Brombeeren, fein würzig und leicht süßlich, etwas flach geraten und am Ende allzu schnell wegbrechend. Dennoch: schöner, weil eigenständiger Alltagswein, für rund 5,50 EUR allemal sein Geld wert und jedwedem gesichtslosen, im Labor vollpolierten Überseepansch jederzeit vorzuziehen.

Kreinbacher Birtok – Somló

Somlói Syrah 2008

Noch jung und verschlossen, zumindest jetzt gerade sehr in sich zusammengezogener Syrah. Schwarze Früchte und leicht rauchige Noten in der Nase. Am Gaumen mit ultrakleiner, noch kompakterer Frucht und schlankem, ungemein klar umrissenem Körper. Mehr ging gerade nicht und daher lassen wir das Kind lieber ruhen. Alles andere wäre unangemessen.

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In Kürze dann noch zu den Rotweinen von Oszkár Maurer (Délvidék / Vojvodina) und einem Pinot Noir von Ráspi (Sopron)….

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