Meine Müdigkeit erlaubt weder eine weitschweifende noch kurzgefasste Einleitung. Was folgt sind Notizen zur heute stattgefundenen Geburtstags-Verkostung des Terroir Clubs, welcher sich auch noch einige Erzeuger der Vereinigung  Somlói Tavasz angeschlossen hatten. Alles fand mal wieder im Festetics Palota (Festetics Palais) statt, Sitz der deutschen Andrássy Universität, Budapest. Der nötige festliche Rahmen war also gewahrt.

Dénes Hegybirtok – Somló

Furmint 2009

Halbtrocken, noch nicht auf dem Markt und recht interessant. In der Nase weich und war, frische Gurke, Heu, Apfel und Pressspan. Am Gaumen erstaunlich mild, weich, nicht allzu ausgeprägte Mineralität, gegen Ende würzig werdend, dazwischen grüner Apfel und gedämpfte Säuren.

Olaszrizling 2007

Sehr präsente, warme, vegetabil-schweißige Nase mit lieblich-grüner Frucht. Am Gaumen hingegen kühle Grüne, frisch und relativ tief, doch schmal geschnitten, weiche, säurearme Mandarinen, sanft mineralisch. Nett.

Das wird doch langsam aber sicher, mit den Weinen von Tibor Dénes, dessen Rebstöcke ja nicht am Nagy Somló, dem großen Mutterberg liegen, sondern am einige Kilometer westlich liegenden Sághegy. Die Mineralität ist dort nicht so sehr ausgeprägt und Dénes verfolgt auch eher eine subtile, weiche Stilistik.

Imre Györgykovács – Somló

Olaszrizling 2008

Gedecktes, gelbes Fruchtkompott. Am Gaumen Schalen unreifer Äpfel, durchweg warme, volle Würze, davon getragene Frucht von kühlen gelben Birnen und Quitten. Schmal geschnitten, durch die Würze etwas wild wirkend.

Hárslevelű 2008

Der Lindenblättrige gleicht in der Nase einem sonnengewärmtem Weizenfeld, durchsetzt mit feinen feuchten Kräutern. Am Gaumen deutlich mineralischer und säurehaltiger als die Weine von Dénes. Flechten und Moos, steinig-kräuterig, zum Ende hin warme, druckvolle Würze. Ausgesprochen prägnant für einen Hárs.

Furmint 2008

Gurke, grüner Apfel, warmer Stein und grüne Paprika. Am Gaumen runder und voller als die Vorgänger, dabei in sich getragener, gesetzter, mit dunkelgelber reifer Birnenfrucht, mittleren, klaren Säuren, zum Ende hin schiebt eine starke Kräuterwürzigkeit mächtig nach.

Juhfark 2008

Kühl und eher verhalten, grüner Stein, Moos, gelbe Äpfel, Karamell. Am Gaumen mit etwas verhaltener, dann umso direkterer Ansprache, klarer grüner Traubenfrucht, und Traubenschalen, gelben Äpfeln und Birnen, gar nicht mal so kräftigen Säuren und auch recht gedeckter, warmer Mineralität. Schön.

Recht kräftige bis mächtige mineralische Würze zeichnet die gesamte Palette der 2008er von Imre Györgykovács aus.  Das macht die Weine robust, männlich, gar etwas kantig. Viel davon und oft möchte man das nicht haben, aber grundsätzlich markant und beachtenswert.

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Genug für heute. Morgen dann Notizen zu Szt. Ilona Borház und Kreinbacher, beide Somló….

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