Fortsetzung von Teil I, nach wie vor geht es nur um Weißweine.

Scheller Szőlőbirtok (Dr. Sándor Tóth), Monostorapáti (Balaton-Oberland)

Lange Zeit war nur der 2003er Jahrgang von Scheller auf dem Markt. und auch heute noch kann man an einigen Stellen die Weine bekommen und sie zeigen sich allesamt auch nach 7 Jahren noch auf der Höhe des Geschehens. Soweit bekannt ist Dr. Sándor Tóth, der Besitzer und Macher, seit längerem schwer krank und scheinbar kam es dazu auch zu einer Jahrgangslücke. Seine Tochter scheint allmählich zu übernehmen. Sie war es auch, die die neuen Weine präsentierte, doch auch Dr. Tóth war im Hintergrund anwesend.

2006 ist nun also da und zeigt sich als schöne Fortführung dessen, was man von 2003 schon kannte. Alle wurden reduktiv ausgebaut, sind erstaulich intensiv strohgelb im Glas und dabei nach wie vor ein wenig grün hinter den Ohren, was die Fruchtaromen anbelangt und sprichwörtlich zu verstehen ist.

Erstaunlich, dass es heutzutage noch kleine Erzeuger gibt, die Zeit, Geduld haben und es vor allem auch irgendwie finanziell schaffen, zu warten bis die Weine wirklich reif für den Markt sind. Gänzlich unprätentiös, und umso bemerkenswerter ist dieser selbstauferlegte Qualitätsanspruch. Schön, dass es also weiter geht.

Táltoshegyi Olaszrizling 2006

13% Vol. Weiche, runde Sauvignon Blanc-Nase mit frischen Gräsern und einer gefrosteten gelben reifen Frucht, leicht auch Zitrusfrüchte. Am Gaumen ausgesprochen rein und filigran gebaut, vegetabile Noten dominieren, auch hier Gras, gut eingebundene, feinste Säuren und durchweg eine zarte Prise Würzigkeit. Endlich mal kein Schreihals, eleganter Leisetreter.

Táltoshegyi Zöldveltelini 2006

13,5% Vol. Ein Grüner Veltliner, in der Nase vor allem an helle süße Tafeltrauben erinnernd. Am Gaumen diesmal erst gegen Ende würzig, aber auch verhalten, grünes Obst mit klaren, aber nicht allzu ausgeprägten Säuren, etwas kraftlos.

Aldozói Zenit 2006

13,5% Vol. Spannende Nase aus recht aggressivem Grün, Flechten und Moos und einer unterschwelligen, kühlen Pfefferwürze. Auch in diesem Falle mit eher verhaltenen, weichen aber klaren Säuren, dafür intensiver gelber Frucht, halbgrünes, halbbraunes Laub, recht kompakt, nicht breit, noch jung wirkend.

Kereklevelű 2006

13,5% Vol. Kühl würzige, eng laufende Nase mit frischen grünen Äpfeln. Am Gaumen halbreife Mandarinen, Schalen von Zitrusfrüchten, grünes Blattwerk, Efeu, durch verschränkte Säuren leicht angespannt. schön. Auch noch sehr jung wirkend.

Kislaki Bormanufaktúra (Géza Légli), Balatonboglár-Szőlőskislak – Süd-Balaton

Jánoshegyi Rajnai Rizling 2009

Wenig ausgeprägte Säuren und wenig ausgeprägte Frucht unreifer Äpfel. Nicht wirklich zu packen, beziehungsweise zumindest für mich nicht zugänglich, egal von welcher Seite ich es auch bewusst versuche.

Szentesi Pince (József Szentesi), Budaörs – Etyek-Buda

Rajnai Rizling Csúcsos hegy 2009

13,5% Vol. Verhaltene, eher warme Zitrusfrucht-Nase.  Kiwi und Kapern machen eine gründlich wirkende, recht spannende Frucht, ein wenig spürbarer Restzucker bringt Spannung, die Säuren sind nicht allzu ausgeprägt und frisch. Mir fehlt es ein wenig an klarer Textur, an Körper.

Zöldveltelini 2009

14,5% Vol. Mostduft nach grün-gelben Trauben. Leicht süßlich, leicht würzige Traubenfrucht neben klaren etwas grünlichen Säuren, gelbe Birnen und Äpfel, nicht allzu breit und allzu tief. Der Alkohol schiebt zum Ende hin deutlich alles weg.

Zengő 2009

14,5% Vol. Eine schwer zu greifende Frucht, halbgar gekochte Äpfel kommen noch am nächsten. Dieser wie viele Weine waren mal wieder viel zu warm, weshalb ab der Mitte eine alkoholische Würze die Wahrnehmung von allem anderen überdeckte. Leider.

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Es folgen in Kürze Notizen zu den Weinen von Breitenbach, Kikelet und Somlói Apátság…

2 Antworten

  1. Ich kann mich erinnern, vor ein paar Jahren auf einer 7×7-Verkostung die Weine von Scheller und Dr. Tóth Sándor kennengelernt zu haben. Schön zu lesen, dass es wieder neue Weine gibt. Mir ist insbesondere ein Aranyveltelini in Erinnerung geblieben. Wäre spannend, ob es davon auch eine Neuauflage gibt, oder wieder geben wird. Wünsche Dr. Tóth auf jeden Fall weiterhin alles Gute.

    • Hallo Alex,

      ob es auch den Aranyveltelini wieder gibt kann ich leider nicht sagen. Aber wenn ich über ihnstolpern sollte gebe ich Bescheid.

      Grüße nach Wien, Peter

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