Bock - Újbor Portugieser 2010

Letztlich geschieht es einem Recht, wenn man mal wieder der Versuchung erliegt bzw. glaubt, unbedingt schon im November vom neuen Jahgang die ersten Weine probieren zu müssen. Der Portugieser von Bock aus Villány jedenfalls lehrt einen, dass man es lieber lassen sollte. Mal wieder in voller Ausprägung dieser merkwürdige Portugieser-Ton in der Nase, dieses Metallisch-Erbrochene. Am Gaumen ein frucht- und ziemlich lebloses Etwas, ein sehr einfacher, gesichtsloser Portugieser eben. Und damit soll die zumeist trockenfleischige Martinsgans runtergespült werden? Ach, mit rund 7,20 EUR auch noch unverschämt teuer. Man sollte die Finger davon lassen, es lohnt sich einfach nicht.

Wein: Újbor Villányi Portugieser 2010
Weingut, Ort: Bock Pince, Villány
Rebsorte/n: Portugieser
Alkoholgehalt: 12,5%
Preis: 7,20 EUR (1,970 Ft.)
Internet: bock.hu

2 Antworten

  1. Mir stellt sich die Frage, mit welchen experimentellen Kindheitserlebnissen der Schreiber wohl die Erinnerung an „metallisch-Erbrochenes“ erlangt hat. Es tut mir leid für ihn. Als Wein-Rezension halte ich dieses Geschriebene für wenig hilfreich, außer
    man möchte bei Bock ein bisschen stänkern.

    • Ich möchte nicht wirklich auf eine Diskussion zum Thema objektive und subjektive Weinbeschreibungen einsteigen. Grundsätzlich ist mein Ansatz ja ein positiver, ich möchte etwas für den ungarischen Wein tun, indem ich über ihn schreibe. Dazu gehört bei Bedarf konsequenterweise auch negative Kritik und ggf. nehme ich auch mal kein Blatt vor den Mund. Das alles in einem letztlich konstruktiv gemeinten Ganzen.

      Unabhängig davon hatte ich diese Assoziation im Zusammenhang mit Portugieser schon früher. Und mindestens so unabhängig davon war sie wertneutral gemeint. Nun könnte hier ein Exkurs über Weinsprache folgen. Ich bin so frei das zu schreiben, was ich für mich wahrnehme. Mit all den Beschränkungen, die mit der Sprache einhergehen. Grundsätzlich – und erst Recht wenn es um den Versuch geht, olfaktorische Wahrnehmungen in Worte zu fassen. Um abzukürzen: ich schließe mich jenen an, die sich tendenziell gegen das Standardgelaber der Weinwelt stemmen und erfreue mich der Rede- und Schreibfreiheit. Das klappt selten genug. Hier ein gelungener Artikel zum Thema, aus der ZEIT von Manfred Klimek.

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