Verschiedene externe Widrikeiten einschließlich höherer Gewalt durch Hochwasser haben mich von meinem Schreibfluss abgehalten. Das klingt dramatischer als es ist, soll letztlich nur eine indirekt Entschuldigung bzw. Erklärung für das verspätete Erscheinen des dritten Teils der Notizen zur Szentesi-Verkostung sein.

Am Ende waren es dann noch vier Flaschenweine, die zu verkosten waren. Der Schritt zurück zu den Weißen nach all den doch recht kräftigen Roten klappte erstaunlich problemlos, fast unbemerkt. Schon hier möchte ich mit dem Resümee ansetzen und den Kreis zur Einleitung schließen: József Szentesi macht schöne, sehr natürlich wirkende Weine mit sehr eigenständigen Stilen. Sie sind echte Charaktere wie ihr Herr selbst. Für sein Hobby-Tun mehr als beachtlich, da könnte sich manch ein Erzeuger einiges Abschneiden. Spannend wird alles natürlich durch seine intensive Auseiandersetzung mit den autochtonen Sorten, für die man ihm – und dieses „man“ meint dann Ungarn als Weinkulturland, eigentlich noch vor dem „man“ des Weinliebhabers – letztlich nur dankbar sein. Dass ein Großteil der Weine gar nicht in den Verkauf gelangen, stört einen dabei wenig.

Zengő 2008
Sehr warmes, breites, ungemein präsentes aber nicht aufdringliches Bouquet aus Orangen, Vanille und etwas Holz in der Nase. Am Gaumen mit etwas Restsüße, saftiger Frucht aus roten Äpfeln und Mandarinen, im Mund sehr besitzergreifend, aber schmeichelnd, zugänglich. Breit, recht lang, schön.

Rajnai Rizling Bátyus 2008
Vanille und reife gelbe Birnen. Am Gaumen schön entwickelter, kompakter Frucht aus gelbem Steinobst, klares Säuregerüst, gut strukturiert. Wirklich gelunegn.

Velence Cuvée 2007
Pinot Noir, Merlot, Kékfrankos und Cabernet Franc. Ungemein viel rote Frucht in der Nase, Kirschen, Johannisbeeren, Himbeeren, warm. Am Gaumen mit mittlerem Körper und wieder sehr ausgeprägter, frischer roter Frucht, recht kräuterig, fein begleitende Säuren. Mittlerer Abgang.

Velence Cuvée 2008
35% Cabernet Franc, 35% Cabernet Sauvignon, 30% Merlot. Ganz andere Nase als der 07er, Waldboden, feuchtes grünes Laub, sehr gedeckte, dunkle Frucht. Am Gaumen mit mittlerem Körper und noch etwas spitzen, ungebändigten Säuren, dunkle, reife Frucht von Brombeeren und Holunder, braunes Tannengrün, klar, durchaus elegant, noch sehr jung wirkend. Mittlerer Abgang.

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