Direkt nach den IWC-Auszeichnungen, nun auch noch die ungarischen Gewinner bei den diesjährigen Decanter World Wine Awards. Drei erzeuger aus dem Tokaj, Dobogó, Disznókő, Patrícius, haben sich bei beiden Wettbewerben Medaillen sichern können.

Wie immer, ist das Bild alles andere als repräsentativ, fehlen durchweg etliche (wirklich) bedeutende Namen, eben weil sie ihre Weine nicht eingeschickt haben. Mal ganz zu schweigen davon, dass man schon schmunzeln muss, wenn man sich die Ausgezeichneten mal anschaut und sich vor Augen hält, was da auf einer Ebene nebeneinander steht. Da wird wohl in zu kurzer Zeit zu viel zu schnell und zu unkonzentriert wegverkostet. Schade, der Sache, des Weines wegen. Dennoch zur Info:

Regional Trophy:
Dobogó Pincészet – Tokaji Aszú 6 Puttonyos 2005 (Ungarn süß über £10)
Egri Korona Borház – Egri Kékfrankos Selection 2006 (Ungarn rot unter £10)

Gold Medaille:
Disznókő – Tokaji Aszú 5 Puttonyos 2005
Dobogó Pincészet – Mylitta 2008
Patrícius Borház – Tokaji Aszú 6 Puttonyos 2003

Silber Medaille:
Béres Pincészet – Vitis Tokajensis 5 Puttonyos Aszú 2005
Bock Borászat – Bock Syrah 2007
Borpalota Borászat – Fríz Mátrai Hárslevelű 2008
Chateau Dereszla – Tokaji Aszú 6 Puttonyos 2005
Chateau Dereszla – Tokaji Kabar Late Harvest 2009
Disznókő – Tokaji Aszú 5 Puttonyos 2001
Dobogó Pincészet – Tokaji Furmint 2008
Gróf Degenfeld – Andante Furmint Botrytised 2007
Heumann Pincészet – Kékfrankos 2007
Nagyrédei Szőlők Borforgalmazó Kft. – Mátra Mountain Pinot Grigio 2009
Pannon Tokaj – Dominium Tokaji Cuvée 2006
Patrícius Pincészet – Tokaji Aszú 5 Puttonyos 2003
Patrícius Pincészet – Tokaji Dry Furmint 2008
St. Andrea – Merengő Egri Bikavér Superior 2006
St. Andrea – Örökké 2008

Bronze Medaille:
Balatonboglári Borgazdaság Zrt. – Chapel Hill Sparkling Chardonnay NV
Balatonboglári Borgazdaság Zrt. – Monte Cappella Sparkling Pinot Grigio NV
Béres Pincészet – Tokaji Cuvée 2005
Bock Borászat – Villányi Capricornus 2006
Bodri Pincészet – Bikavér 2007
Disznókő – Tokaji Late Harvest 2008
Günzer Tamás Pincészete – Villányi Ördögárok Merlot Reserve 2007
Heumann Pincészet – Merlot 2007
Heumann Pincészet – Terra Tartaro 2007
Heumann Pincészet – Villányi Cabernet Franc 2007
Hilltop – Eva’s Vineyard 2009
Kovács Nimród – Battonage Chardonnay 2007
Kovács Nimród – NJK 2006
Nagyrédei Szőlők Borforgalmazó Kft. – Baron Lazare Pinot Grigio 2008
Nagyrédei Szőlők Borforgalmazó Kft. – Monte Cappella Pinot Grigio-Chardonnay 2009
Nyakas – Budai Irsai Olivér 2009
Pannon Tokaj – Tokaji Aszú 5 Puttonyos 2005
Pannonhalmi Apátság – Hemina 2008
Patricius Pincészet – Tokaji Aszú 5 Puttonyos 2002
Sauska – Sauska 5 2007
Sauska – Syrah 2007
Somogyi Tibor Pincészete – Villányi Cabernet Sauvignon 2006
Thummerer Pincészet – Egri Bikavér 2006
Thummerer Pincészet – Egri Királyleányka 2009
Thummerer Pincészet – Syrah Válogatás 2006
Tokaj-Hétszőlő – Tokaji Aszú 6 Puttonyos 2004
Tokajicum Borház – Muscat Lunel 2009
Törley – Campanula Pinot Grigio NV
Törley – Campanula Pinot Grigio 2009
Törley – Campanula Pinot Noir 2009
Törley – Donatello Pinot Grigio 2009
Törley – Gála NV
Törley – Szent Istvan Korona Irsai Oliver 2009
Varga Pincészet – Aranymetszés Balatoni Irsai Olivér 2008
Varga Pincészet – Badacsonyi Kéknyelű Jégbor Eiswein 2008
Villa Sandahl – Rhine Riesling Silver Line 2008 (Badacsony)
Vylyan – Duennium 2006
Vylyan – Villanyi Syrah 2007
Wunderlich – Cassiopeia Pinot Noir 2006
Wunderlich – Merlot 2006

3 Antworten

  1. Arno Wimpffen

    Antworten

    …was da auf einer Ebene nebeneinander steht… Alle Gold-Medaillengewinner aus Tokaj erfuellen den Anspruch an einen eben solchen: Disznokő ist eine fixe Groesse am Weltmarkt, Patricius hat ueber die Jahre bewiesen, konsistent gute Weine zu machen, und Dobogo ist ein zwar ein kleines aber feines Weingut. Ich wuenschte mir eine etwas differenziertere Aussage.

    • Ich habe das Thema an mehreren Stellen aufgegriffen und hier vielleicht zu verkürzt dargestellt. Aber immer wieder ein und dasselbe schreiben ist wrgendwann eben auch ermüdend. Es geht mir nicht darum, die Leistung einzelner Weingüter in Abrede zu stellen. Es geht mir um zwei Dinge: 1. ein strukturelles Problem solcher Veranstaltungen; und 2. dann auch die Infragestellung mancher Ergebnisse.

      zu 1: Nur die Weingüter, die Weine einschicken, können gewinnen. das liegt in der Logik der Sache. insofern sin solche Ergebnisse nie repräsentativ zu sehen. Was dort als absolut Top bewertet wird, muss nicht das absolute Ende der Qualitätsleiter sein. Man kann viel streiten und subjektive Vorliebene haben. Aber am Dienstag war ich beispielsweise bei Zoltán Demeter zu Hause und durfte dessen 6 puttigen 2003er aszú verkosten. Ein fantastischer Wein, wunderschön, beeindruckend. Und aufgrund Betriebsgröße, damit einher gehender Ertragsbeschränkung und handwerklicher Ausarbeitung etwas ganz anderes als was Großbetreibe wie Disznokő und Patricius bieten. da wird mir auch in Ungarn kaum jemand widersprechen. Nur war er eben nicht dabei, mit einigen seiner 220 flaschen dieses Jahrgangs. Damit ergibt sich für den außenstehenden Betrachter, wie bei allen Wettbewerben ein verzerrtes Bild. Das ist schade, für den Wein und dessen -liebhaber.

      zu 2: Hier werden teils Äpfel mit Birnen verglichen: da erhalten im Bronze-Bereich Massenbetriebe wir Törley, BB, Varga und Nyakas dieselbe Medaille, wie wirklich qualitätsbewusste Erzeuger, etwas die Heumanns, Vylyan. Mir geht es nicht darum, Supermarktweine runter zu machen. Auch die können schön trinkbar sein. Aber alles was Recht ist. Diese auf einer Ebene zu stellen….!? Das passiert dann, wenn Verkoster an einem Tag für die „Sache“, eben eine solche Veranstaltung, hunderte Weine verkosten müssen und sich mit jedem maximal ein paar Minuten beschäftigen dürfen. Mein Schluss: auch das tut dem Wein an sich nicht gut, stimmt mich traurig, oder macht mich wütend.

      Nachtrag: ich habe nichts gegen die Weine, die Sie nach außen vertreten. Darüber habe ich an dieser Stelle auch kein Wort verloren. Nur mag ich persönlich die anderer Erzeuger mehr.

  2. Ich glaube aber, dass wäre eine Grundsatzdiskussion über Wettbewerbe solcher Art. Egal ob nun schöne Menschen, gute Filme prämiert werden oder eben leckere Weine. Es ist immer subjektiv! Dem einen gefällt`s, dem anderen nicht. Die Lösung wäre, so etwas gar nicht erst zu veranstalten. Eine unabhängiges Labor könnte Kriterien entwickeln und die Weine danach bewerten, sodass es am Ende in der Art heißt wie: Fruchtsäureanteil sehr hoch (bei 60 Prozent), sattes dunkles rot, leicht trüb, Alkoholgehalt 10,4 , etc. Das wären dann Fakten, die jeder für sich bewerten kann und seine Konsequenzen daraus ziehen kann.

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