Über die Weine von Villa Márika stolpert man nicht, man muss zuerst wissen, dass es sie gibt und dann ein wenig suchen. Ein Weingeschäft führt sie. Zumindest gilt das für Budapest. Sicherlich wird ein nicht unerheblicher Teil der allerding wohl kleinen Flaschenmenge exportiert. Vermutlich nach Schweden, denn von dort und aus Deutschland stammen die Besitzer, die schon seit der politischen Wende Weißweine am Badacsony anbauen, oder eben den großen Teil des Jahres über bewirtschaften lassen.

Ich selbst hatte den Namen Villa Márika nicht gekannt, ein Bekannter fragte mich mal eher beiläufig, ob ich das Weingut kenne. An mehr Informationen (der Internetauftritt ist dünn und ungepfelgt) kommt man nicht ohne aktiv zu werden. Vier Weine konnte ich besorgen. Ihnen gemein ist, dass sie stilistisch eher mit denen von Laposa als von Szeremley vergleichbar sind – wenn man denn die beiden bekanntesten Erzeuger vom Badacsony als Messlatte nehmen möchte. Die Säuren sind nicht allzu stark ausgeprägt und die dem Basaltgestein entstammenden mineralischen Noten recht fein, steinig. Die Weine kosten um die 8 EUR pro Flasche, womit sie korrekt eingepreist sind. Sie sind durchweg angenehm zu trinken, sortentypisch, die Barrique-Versionen für mich etwas zu holzbetont, Säure und Frucht einen Tick zu sehr überlagernd. Aber das ist Geschmacksache.

Villa Márika, Szürkebarát 2007

Villa Márika Szürkebarát 2007

Ein Grauburgunder in Barrique ausgebaut, was man ihm anmerkt. Alles wirkt gedämpft, auch in der Nase – und auch ein wenig überlagert vom Holz, jedoch nicht allzu stark. Kühle, steinige Mineralität, feines Holz, leichte Kräuteranklänge, schwach ausgeprägte gelbe Frucht. Am Gaumen traubig-matt holzige Töne, verhaltene Säuren, sanft, weich.

Villa Márika Olaszrizling 2006

Zitronengelb-grünlich im Glas. In der recht frischen, kühlen Nase halbreif gelbe Birnen, gedämpft von kalkig-mineralischen Noten. Am Gaumen einfach und klar strukturiert, sanfte Frucht von Birnen, Aprikosen, Äpfeln und Ananas, mit feinen Säuren und einer angenehm unaufdringlichen steinernen Mineralität, auch leichte Botrytis-Töne. Vor allem über Frucht definiert. Einfach, in seiner fruchtbetonten, zurückhaltendend Art schön.

Villa Márika Olaszrizling Barrique 2006

Zwischen hellem Goldgelb und dunklem Zitronengelb. In der Nase vor allem Zitronen und kühle, vegetabile Töne. Am Gaumen härter, kräftiger, robuster wirkend als der „einfache“ Olaszrizling. Noten von grünen Birnen, Zitronen, frischen roten Äpfeln, Quitten und Honig, auch Karamell. Leicht grünlich-bräunliche Säuren, markantere mineralische Töne. Nicht lautschreierisch, jedoch markanter.

Villa Márika, Cuvée 2008

Villa Márika Cuvée 2008

Helles Strohgelb im Glas, dabei etwas blass wirkend. In der Nase Holz, Stroh, rauchige Töne, Frucht von Aprikosen, auch recht interessante walnussige Note. Am Gaumen sehr handzahm, fast wie vom Holzausbau abgeschliffen wirkend, seifig-steinerne Mineralität, schwach ausgeprägte, milde Säuren. Wenig ausgeprägte gelbe Frucht, daneben noch feine rauchig-speckige Töne. Sanft, alles andere als vorlaut, aber allem vom Holz geprägt, recht breit jedoch nicht konzentriert. Löblicherweise entgegen des Trends kein Kraftmax (12,5% Vol.), aber leider auch nicht subtil-fein genug, um wirklich zu überzeugen.

Eine Reaktion

  1. es freut uns, dass Sie unsere Weine bei Borwerk vorgestellt haben. In der Tat vermarkten wir unsere Weine vor allem in Deutschland und Skandinavien – aber seit kurzem sind wir auch bei mehreren Händlern in Ungarn vertreten. Unsere neue Webseite stellt unser Weingut auf Deutsch und Ungarisch vor. Gerne zeigen wir Besuchern die Weingärten in den Hochlagen von Badacsony. Die Weine der letzen 10 Jahre stehen zur vertikalen Weinprobe bereit!

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