Nun also die Vorsetzung von gestern, mit den Rotweinen.

Ráspi Pincészet, Horváth József (Sopron)

Siller 2009

Ein Schillerwein aus 100% Kékfrankos. Auch dieser viel zu warm. Cocktailkirschen und eingekochte Erdbeeren in der Nase. Ebensolche am Gaumen, fruchtbetont, mit feinen Säuren und für einen Schillerwein recht fülligem Körper. In sich stimmig, rund, auch jetzt schon wirklich schön zu trinken.

Zweigelt 2007

Der einfache Zweigelt, in der Nase sehr gefällig, warm, mit Schokolade, Vanille und dunklen Früchten, Brombeere, schwarze Kirschen und Johannisbeeren. Am Gaumen einerseits mit den typischen Zweigelt-Aromen, die mich immer ein wenig an etwas Fauliges erinnern. Andererseits vor allem fruchtbetont, dabei nicht zu frisch, eher punktuell konzentrierte, Brombeeren und Zwetschgenaromen, insgesamt dank schöner Säuren leicht, schlank. Gelungen.

Zweigelt válogatás 2007

Eine Fassprobe der Zweigelt-Auslese. Rauchig-schweflige, gar animalisch anmutende Töne in der Nase, dunkle, fast gedörrte Frucht aus Zwetschgen und Brombeeren. Am Gaumen weich und breit, wie als würde man in eine Schokoladentafel beißen, viel eingekochte Frucht, lang, hat definitiv Potential.

Szecskő Tamás (Mátra)

Rubintos 2008

Ich hatte zuvor noch nie einen Rubintos getrunken, eine Rebsorte, die aus der Kreuzung von Kékfrankos und Kadarka entstanden ist. Soviel mir bekannt ist, baut derzeit nur der überaus sympathische Tamás Szecskő sie als reinsortigen Wein in kleinen Mengen aus.
In der Nase im ersten Moment wie ein Wein aus Eger, mit Waldboden- und Tannen-Aromen, zumindest mache ich das klassischerweise aus. Vor allem aber warme rote Früchte und eine milde frisch-grüne Kräuterwürze. Am Gaumen recht druckvoll und auch hier fruchtbetont, nicht zu breit aber sehr kompakt, konzentriert, rote Kirschen, Johannisbeeren, schöne, begleitende Säuren, matt adstringierend. Schön!

Turán 2008

Turán. Neben Rubintos die zweite exotische Rebsorte, die Tamás vorhält. Spätestens hier mag der geneigte Leser aufmerken, dass die hier wiedergegebene Reihenfolge von Notizen nicht der echten Verkostung entspricht. Denn nach dem Turán geht nichts mehr, ist der Gaumen sinneseindrucktechnisch erschlagen. Die Orsolya-Weine hatte ich zuvor probiert, werde die Notizen aber erst morgen veröffentlichen. Trüb, tiefdunkles Rubinrot.

In der Nase kühle, erdig-metallene Mineralität, daneben spannende Mischung aus Pilzen, Bitterschokolade, Vanille, medizinischen Tönen und kühlem Holz. Am Gaumen schnell in die Breite drängend, Raum fordern und einnehmend, jedoch nicht vulgär, dezente Säuren begleiten eine tief rotschwarze Frucht aus Johannisbeeren, Brombeeren und Holunder. Bitterschokolade und vor allem Kakao, gegen Ende zu spürt man dann auch den Alkohol (15% Vol.) etwas brennen, aber insgesamt gut eingefangen, nicht herausragend. Mittlerer bis langer Abgang. Außergewöhnlich.

Morgen dann noch Notizen zu einigen Rotweinen von Orsolya (Eger).

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  1.  Wieder eine Verkostung handgemachter Weine, Rotweine III: Orsolya Pince (Eger) | BorWerk - Das Blog über ungarische Weine

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