Von Orsolya, Weninger und Somlói Apátság kostete ich jeweils nur einen Weißwein – weil die ersten beiden ohnehin nur einen aufgeboten hatten, und weil bei der Apátság für mich nur der 2008er Furmint interessant war, die anderen hatte ich Ende Februar verkosten dürfen.

Somlói Apátsági Pincészet (Somló)

Furmint 2008

Es mag vermessen zu sein, als Konsument dem Terroir von Somló auch schlankere, zugänglichere Weine abzuverlangen. Der 2008er und damit neueste Furmint von der Apátság ist jedenfalls wieder sehr kräftig ausgefallen – nachdem er 17 Monate im Holz verbracht hatte. Er weiß zu gefallen, ist wirklich schön gelungen. Hat in diesem Stil und mit dieser Form auch absolut seine Existenzberechtigung auf dem Markt der guten, reinsortigen Furmint. Dennoch, ganz subjektiv, würde ich ihn nur in Ausnahmestimmungen verlangen, im Zweifel viel Lieber zum Lapis von Demeter greifen oder gar zum auch recht kräftigen Határi von Homonna. Einfach weil dieser Stil zu heftig erscheint, man nach einem Glas genug hat.
Doch zum Wein: Warme Birnen und Äpfel, Botrytis-Aromen neben fein-rauchig mineralischen Noten. Am Gaumen sehr dicht gewirkt, leicht bitter, kräftig saftig texturiert, das Holz angenehm eingebettet, nicht zu ausgeprägte Säuren, gedeckte, eingemachte Frucht aus Orangenkonfitüre und Quitten. Würzig, druckvoll, solitär.

Orsolya Pince (Eger)

Ábrakadábra 2008

… simsalabim. Man nehme 34% Olaszrizling, 28% Chardonnay, 26% Leányka und 12% Viognier. Allesamt gut bis überreif, lasse diese auf 15% Vol. Alkohol durchgären und schon hat man einen Zaubertrank. Für was der gut sein soll, weiß ich nicht. Schmecken tut er jedenfalls nicht. Einzig eine alkoholisierende Wirkung nach exzessiverem Genus scheint sicher vorhersagbar. Dazu muss man aber nicht Zauberkünstler oder Wahrsager sein. Warmes, leicht süßlich-fruchtiges Bouquet, kräuterig-medizinische Töne, Lavendel und Salbei. Am Gaumen feurig-würzig danke des hohen Alkoholgehalts, ansonsten stumpfe Frucht aus Orangen und Birnen und Aprikosen und ebenso stumpfe Säuren. Und der Alkohol brennt.

Weninger Pincészet (Sopron)

Blanc de Noir 2008

100% Pinot Noir, direkt gepresst, so dass aus den Schalen kein Farbstoff in den wein gelangen konnte. Schöne florale Nase, grüne Wiese. am Gaumen zart schmelzige Textur, von schöner Fruchtigkeit geprägt, Birnen, Äpfel und Quitten, daneben ganz fein bitter-grünlich, Moos. Schön, rund, angenehm unaufdringlicher Begleiter für viele Anlässe.

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  1.  Wieder eine Verkostung handgemachter Weine, Rotweine I: Kislaki Bormanufaktura, Legli Geza (Süd-Balaton) und Weninger Pinceszet (Sopron) | BorWerk - Das Blog über ungarische Weine

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