März, das bedeutet nicht nur, dass der Frühling Einzug hält so wie dieser Tage auch endlich in Ungarn. Im März organisiert die Winzergemeinschaft von Somló (Somlói Tavasz Egyesület) seit nunmehr fünf Jahren die Präsentation des neuen Jahrgangs. Sämtlich andere namhafte und weniger namhafte Erzeuger von Somló folgen dem Ruf. Und wie jedes Jahr muss man bei einer derart großen Veranstaltung den einen oder anderen von ihnen links liegen lassen.

2009 ist an sich kein schlechtes Jahr gewesen – abgesehen von dem nicht ganz unbedeutenden Problem des Hagelschadens durch ein heftiges Gewitter am 18. Juli. Auf der östlichen Seite des Vulkankegels mussten rund 70% der Bestände daran glauben, auf der Südseite 10-20%.

Mein Eindruck über alles hinweg war: die Frucht ist zumindest zum jetzigen Zeitpunkt noch stark im Hintergrund, die Säuren bisweilen nicht ganz so vital und kräftig, dafür die Mineralität einmal mehr das dominierende Moment im abgebildeten Aromenspektrum des neuen Jahrgangs. Das alles mit dem Vorbehalt, dass viele Weine sich noch in einem sehr frühen Stadium befinden und in wenigen Wochen gewiss schon ein anderes Gesicht zeigen werden.

Anwesend waren wie jedes Jahr: Bogdán Birtok, Csordás-Fodor Borház, Dénes Hegybirtok, Fazekas Borpince, Fekete Pince, Györgykovács Kispincészet, Hollóvár Pincészet, Kreinbacher Birtok, Kolonics Károly Családi Pincészet, Laposa Pincészet, Somlói Apátsági Pince, Spiegelberg Borpince, Szabóvári Pincészet, Szent Ilona Borház und Tornai Pincészet.

Dénes Hegybirtok

Ság hegyi Furmint

Der kleine, noch recht junge Erzeuger hat seine Weinberge nicht am Somló selbst, sondern am einige Kilometer westlich liegenden Ság hegy. Das merkt man ihnen auch an, die kräftige, teils schroff wirkende Mineralität fehlt. Auch sind bisher alle Weine die ich von Dénes kosten konnte sehr weich texturiert gewesen. So auch dieser Furmint. In der Nase noch ganz verschlossen, kühl, leicht tropische Anklänge. Am Gaumen mit/dank Restzucker samtig weich, jedoch ohne Schmelz, wenig Säuren, leicht seifig-steinerne Mineralität, gelber Apfel, gegen Ende nussig. In gewissem Sinne eigenständig, aber nicht mein Fall.

Fekete Pincészet (Fekete Béla)

Juhfark

In der Nase wie wenn man den Kopf in ein älteres großes Holzfass steckt, das etliche Weißweingenerationen erlebt hat. Am Gaumen dann halbreife rote Äpfel, Aprikosen, recht zurückhaltende Säuren und Feuerstein-Mineralität. Nicht allzu ausdrucksstarker, schlanker bis mittlerer Körper.
Furmint
Hier ebenso ein merkwürdiges, wenn auch nicht ganz untypisches Bouquet für einen Furmint, grünlich, fast ein wenig an überreif-gärend-faulige Trauben erinnernd. Am Gaumen mit wenig Frucht von halbreifen gelb-grünen Äpfeln, elegant-feiner Säurestruktur, schwacher Mineralität, gegen Ende schnell abfallend.

Laposa Pincészet (Laposa Bence)

Olaszrizling

Elegante Nase mit kühler gelber Frucht aus halbreifen Aprikosen, Birnen und Äpfeln. Am Gaumen mit feurig-steinerner Mineralität, leicht grünlich-bitteren, jedoch nicht unangenehmen Säuren, heller Frucht und sanft vegetabilen Anklängen. Nicht uninteressant.

Juhfark válogatás

Eine Juhfark Selektion, Auslese. Kühle Meeresluft, soll heißen ganz feine kalkige Mineralität und leicht salzige Töne in der Nase. Zurückhaltende Säuren, eine seifig-steinerne Mineralität schält sich recht schnell heraus und hält sich bis zum Ende, daneben eine nur schwach ausgeprägte Frucht von gelben Äpfeln – und ein interessanter, medizinisch-grünlicher Touch gegen Ende, auch fast ein wenig an Petersilie erinnernd. Recht spannend, muss man sehen, wie der sich entwickelt.

Morgen dann Teil II, mit den Weinen von Spiegelberg und Györgykovács Imre.

2 Antworten

  1. Sorry to use English here. I just manage to read German 🙂

    I would like to emphasize that most of the producers on these events are not the member of the Somlói Tavasz Egyesület group. As far as I know, only 4 producers (lead by the Kreinbacher estate) are members.

    Anyhow, even if we were present on this event I am not fully happy with it. In my opinion March is way too early for most of the Somló wines, especially for those with higher extract and more aging demands.
    Also one must understand that at this time of the year the wines are not egalized yet. So wines are still in separate barrels and they all mature and age on their on way. There could be huge difference between barrels. This is not a problem when you visit the cellars, but on this expo like events it is a problem.
    Consumers do not taste the wines they will drink after the wine is bottled and the difference is in fact not only the aging.

    • Köszönöm, Zoltán, for the correction. To be honest I did not really deal with it, did not check it. I will correct it immediately.
      And you are absolutely right, I think, that for an open tasting it is definitely too early to present the new vintage. That is what I wanted to impress indirectly as well in the intro text – saying that it is still to early in many cases to go for a clear verdict.

      In some cases at least it is going to be counterproductive for the winemakers, to present their wines so early.
      First, people are not used to taste wines in such a state. This might lead, second, to cases, that people do not like this early, first impression and will say no to the wine for the whole future.

      Are you from Somlói Apátsági Pincészet? Did not taste your wines yesterday, cause I had them two weeks ago at the Gold Center.
      You might drop me a mail to get in closer contact, I anyhow would like to visit you once….

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  2.  Somlo – Vorstellung des neuen Jahrgangs III: Szt. Ilona Borhaz und Hollovar (Takacs Lajos) | BorWerk - Das Blog über ungarische Weine
  3.  Somlo – Vorstellung des neuen Jahrgangs IV: Kreinbacher | BorWerk - Das Blog über ungarische Weine

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