Die Concubina-Weine von Németh Attila Gábor sind wie zwei echte Geschwister, wobei der ein Jahr ältere (rote, vörös) Bruder letztlich den Ton angibt, die (weiße, fehér) Schwester lieblich bis burschikos daher kommt – eine Mischung die charmant genug ist, so dass man ihr letztlich den einen oder anderen Makel vergeben mag. Beide sind Cuvées, das rote aus Kékfrankos (Blaufränkisch) und Cabernet Sauvignon, im weißen tummeln sich Chardonnay, Traminer, Olaszrizling (Welschriesling) und Hárslevelü.

Das Vörös Cuvée mit intensiv leuchtendem, mittlerem Purpur. Viel warmes Holz in der Nase aber nicht unangenehm, darin angenehm kühle, dennoch intensive Frucht, vor allem schwarze Johannisbeeren, etwas Zimt und eine feine, leicht pfeffrige Würze. Am Gaumen mit fleischig-kompakter Textur, rund und ausgewogen, Johannisbeeren und Brombeeren, Lakritz, kräftige Säuren und fein adstringierende Gerbstoffe. Mittlerer Abgang. Für mich überraschend vielschichtig, und für den Preis von 1.990 Ft (rund 7,50 EUR) absolut empfehlenswert!

Das Fehér Cuvée mit 14,5% Vol. sogar ein halbes Grad über dem älteren Bruder. Stohgelb im Glas, dick schlierend, fast ölig. In der Nase sehr dezent, weich, es dominieren Aromen von überreifen Birnen und Aprikosen, daneben getrocknete Gräser, fein kräuterig, ein Hauch Botrytis, der hier einen etwas medizinischen Touch verleiht. Am Gaumen mit nicht allzu zartem, aber deutlichem Schmelz und kühler Frucht, wieder aus Birnen und Aprikosen, daneben vor allem Honignoten, feine Säuren im Hintergrund, recht füllig, der Alkohol wirkt anfänglich noch gut eingebettet, bricht sich aber seine Bahn gegen Ende und führt zu einem etwas unangenehmen grün-bitterlichen Abgang. Auch hier sind rund 7,50 EUR fällig, aber nicht so gut angelegt.

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