Miklóscsabi, Moorer 2008

Beim Moorer von Miklós Csaba alias Miklóscsabi, Entschuldigung, der trendige Jungspund will ja klein geschrieben werden, also nochmal von vorne los: beim moorer von miklóscsabi habe ich bewusst nicht auf meine Verkostungsnotiz vom letzten Weinfestival geachtet. Und war mir nicht sicher, ob ich nun den gänzlich in Holz ausgebauten Ezerjó, „Tausendgut“, nochmals näher betrachten würde, oder die teils in Stahl ausgebaute Variante. Merke: auch die maximal nach Aufmerksamkeit heischenden Etiketten und Namen helfen bisweilen nicht, Produkte eindeutig wiedererkennen zu können.

Also schrieb ich jetzt über den Wein: Ins Grünliche gehende Zitronengelb. Kühle, fische Nase nach Honigmelone, reifen Birnen, gedecktem Holz, leichte Botrytis-Töne. Ezerjó erbringt säurebetonte Weine, so dominieren auch hier glasklare, straffe Säuren das Geschehen, ein knochentrockener Wein. Anklänge von unreifen Äpfeln, Zitrusfrüchten und Grapefruit. Schlank, mittig konzentriert, kommt direkt zum Punkt – und enteilt auch wieder schnell. Was für Säurefanatiker, die zu keinem frischen Weißwein im Sommer nein sagen können.

Damals, Mitte September 2009 über denselben Wein:

Zur einen Hälfte in Stahl, zur anderen in Holz ausgebaut. Helles Zitronengelb, in der Nase ein Bund frischer Kräuter, Gras, Kapern und feuchte Erde. Im Mund dann die klassischen Komponenten von Ezerjó, viel Säure, dazu noch Zitrusfrüchte und kräuterhafte Bitterkeit, daneben noch, durchweg präsent eine steinern-eiserne Mineralität. Auf einen Punkt konzentriert, nicht breit. Wem die Säure nicht zu viel ist, hat Spaß an dem Wein.

Da hat sich nicht allzu viel getan, dafür haben die Säuren gesorgt.

Wein: Moorer 2008
Weingut, Ort: Miklóscsabi, Mór
Rebsorte/n: Ezerjó
Alkoholgehalt: 12,5% Vol.
Preis: so um die 2.000 Ft, also gut 7 EUR
Internet: mikloscsabi.com

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