Ein paar Zeilen über Furmint seien an dieser Stelle erlaubt. Man muss sie zu den ganz großen weißen Rebsorten zählen – und das eben nicht nur als großer Partner der Hárslevelű in vielen edelsüßen Aszús. Sie kann, ähnlich wie Riesling, in allen Süßegraden ausgebaut werden, ihre spätreifen Trauben sind besonders anfällig für Edelfäule.

Mutter Natur hat sie mit einem hohen Säuregehalt bedacht, das Potential für eine lange Lebensdauer. Hoher Extraktgehalt, feine Süße und große Fülle bieten eine wunderbare Grundlage für hochqualitative Weine. Ohne allzu große Anstrengungen kann sie zu Alkoholgehalten von 14% Vol. führen, wenn die Weine dann handwerklich nicht wirklich gut gemacht sind, hat man automatisch ein Problem.

Furmint treibt früh aus, gegen Ende verzögert sich die Reife, so dass, wie auch bei manch einem der verkosteten Weine, sich die Ernte bis in den November verzögern kann. Zweifelsohne birgt Furmint das Potential für ganz große, charaktervolle, langlebige Weine in sich.

Dobogó Furmint 2008, Dobogó Pincészet, Tokaj

Florale Nase mit Honigaromen und warmer, steinerer Mineralität. Am Gaumen leicht, fast schon beschwingt jugendlich, ausgeprägte Aromen von grünen Äpfeln, die dazu farblich passenden grünen Säuren, ordentlich breit, sehr „furmintig“. Restzucker: 2,8 g/l
Säure: 6,5 g/l

Alkohol: 13,5% Vol.
Von 30 Jahre alten Rebstöcken, 40 hl/ha, am 5. November geerntet, mit heimischen Hefen in Tanks und Holzfässern vergoren, dann 11 Monate in Holzfässern ausgebaut.

 

Dobogó Furmint 2007, Dobogó Pincészet, Tokaj

Das Ergebnis einer späten Lese im November. Süßlich traubig in der Nase, mit kühlender Nanaminze. Am Gaumen erstaunlicherweise dann ziemlich substanzlos, verwässert wirkend, mit kaum ausmachbarer Frucht, schwachen Säuren, einzig die 14% Vol. Alkohol geben ein wenig Rückgrat. Enttäuschend. Restzucker: 2,9g/l
Säure: 5,7g/l
Alkohol: 14,0% Vol.
Am 20, Oktober geerntet, mit Reinzuchthefen in Tanks und Holzfässern vergoren, dann 11 Monate in Holz ausgebaut.

 

Tokaji Furmint 2008, Tokaj Nobilis Szőlőbirtok, Bodrogkeresztúr

Sehr schlanke, elegante, fein fruchtig-florale Nase, reife gelbe Äpfel und grüne Birnen, ein Tick Honigsüße. Am Gaumen sind die Säuren sehr behutsam, fast spielerisch tänzelnd eingesetzt, begleiten eine schön reife Frucht aus Birnen, Quitten und roten Äpfeln, ausgesprochen rund, wohl ausgewogen, weich. Schön! Restzucker: 10,0g/l
Säure: 6,5g/l
Alkohol: 13,5% Vol.
Von 10 Jahre alten Rebstöcken, 25 hl/ha, Anfang November geerntet, spontan mit heimischen Hefen vergoren, danach sechs Monate in Holzfässern ausgebaut.

 

Tokaji Furmint Betsek 2008, Balassa István, Tokaj

Fruchtig gedecktes, leicht süßlich-zitrussäuerliches Bouquet, Honig Feigen und Blutorangen. Ausgesprochen kühl, sehr schöner zarter Schmelz, grüne Äpfel und Birnen, gegen Ende zumachend und in etwas grünliche Bitterkeit wegbrechend. Etwas unrund, sicher aber auch noch einfach zu jung. Restzucker: 9,0 g/l
Säure: 6,8 g/l
Alkohol: 14,5% Vol.
Von 40 Jahre alten Rebstöcken, 12 hl/ha, am 2. November geerntet, mit heimischen Hefen in Holzfässern vergoren, dann 9 Monate in Holzfässern ausgebaut.

 

Tokaji Furmint Teleki dűlő 2008, Bott Pince, Bodrogkisfalud

Kühle, außergewöhnliche Nase mit gelben Beeren, zartem Eukalyptus-Ton und medizinischen Anklängen. Am Gaumen sich anfangs als ausgesprochen säurearm offenbarend, vorwiegend über seine kühle, steinerne Mineralität und verhaltene Frucht aus gelben Äpfeln definierend. Schlank, recht geradlinig. Gegen Ende dann an Kraft gewinnend und leicht grünlich, in etwas spitz zulaufenden Säuren endend. Wäre wohl gut, ihm noch etwas Zeit zu geben. Restzucker: 1,4 g/l
Säure: 6,3 g/l
Alkohol: 13,5% Vol.
Von 65 Jahre alten Reben, 6hl/ha, geerntet am 27. September, in 4 Jahre alten Holzfässern mit eigenen Hefen vergoren, dann acht Monate gereift in Holzfässern, zweite Füllung,

 

Tokaji Furmint Csontos dűlő 2008, Bott Pince, Bodrogkisfalud

In der Nase auch hier medizinische Noten, Honigaromen, Ingwer und vollreife Feigen. Sehr von Frucht getriebener schmelz aus überreifen grünen Birnen, weich, rund, nicht zu voll, gegen Ende etwas verwässernd. Restzucker: 3,1 g/l
Säure: 6,2 g/l
Alkohol: 14,0% Vol.
Von 35 Jahre alten Reben, 15 hl/ha, Mitte Oktober geerntet, mit heimischen Hefen in Holzfässern vergoren, dann acht Monate gereift in Holzfässern, zweite Füllung.

 

Istenhegyi Furmint 2009, Árvay János Családi Pincészete, Rátka

Eine Fassprobe. Noch ziemlich verhaltenes Bouquet, schwach wahrnehmbare, junge, ganz leicht süßliche, gelbe Frucht. Auch am Gaumen noch wenig ausgeprägt, zarte Anklänge von Äpfeln und Zitrusfrüchten, sanfte Säuren, leichte, ganz kühle Mineralität. Noch sehr früh, etwas zu sagen. Könnte aber interessant werden. Restzucker: 1,5 g/l
Säure: 6,4 g/l

Alkohol: 13,5 % Vol.
Von 30 Jahre alten Reben, 8hl/ha, am 2. Oktober geerntet, mit heimischen Hefen in Holzfässern vergoren, dann in ein Jahr alten 225l-Holzfässern aus ungarischer Eicher drei Monate gereift.

Morgen dann Teil III/III…

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