Die Wein-Ereignisse überschlagen sich nach längerer, bewusst gesetzter Pause gerade mal wieder ein wenig. Nicht einmal die Einträge kann ich noch chronologisch richtig schreiben bzw. freischalten. immerhin, druckfrischer gehtes kaum. Bis um kurz vor 18 Uhr war ich auf der Verkostung. Da soll sich einer über den Service beklagen…

Noch am Samstag war ich bei Bálint Losonci zu Gast, in Gyöngyöspata, in der Mátra. Und heute Nachmittag war ich dann dank dessen Vermittlung spontan zur offenen Verkostung von fünf Erzeugern sogemannter „handgemachter Weine“ von Antal Kovács eingeladen. Letzterer hat sich als Sommelier und im Einkauf und Vertrieb von Zwack einen Namen gemacht. Nun hat er einen eigenen Webshop und einige dieser „Handwerker“ unter den ungarischen Erzeugern unter seine Fittiche genommen.

Mein Dank gilt erst einmal Bálint für die Vermittlung. Der Dank für die Gastfreundschaft und die schönen Fassproben folgt sobald wie möglich.

Pállfy Gyula, Köveskál (Balaton-Oberland)

Ein mir bislang gänzlich unbekannter Winzer, Gyula Pállfy, aus Köveskál, im Balaton-Oberland, also in den Hügeln/Bergen nördlich des Balaton. Glasklare Weine mit leuchtender Mineralität erzeugt dasFamilienweingut in der nunmehr dritten Generation.

Olaszrizling 2008

Kühle Mineralität in der Nase, mit der Zeit an der Luft schälen sich reife Äpfel heraus. Auch am Gaumen kühl, steinern mineralisch, dahinein fest eingebundene, kräftige Säuren. Aromen von Zitrusfrüchten, unreifen Äpfeln, sehr sehr schwach wahrnehmbar, das Holz der gebruachten Barriques. Schlank, klar, trocken.

Szürkebarát 2007

Warme, anfangs gar etwas pfeffrige Nase, unreife Bananen, Äpfel, auch ganz leicht Feuerstein. Am Gaumen Birnen und Heu, feine, geschmeidige Säuren, matte, metallene Mineralität. Ordentlich.

Tramini 2008

Klassicher geht es kaum: die Nase taucht in Rosenblütenwasser, daneben auch einige Feuerstein-Spuren. Am Gaumen dank etwas Restzucker mit ganz leichtem Schmelz, jedoch etwas körper-, etwas kraftlos matt. Ein wenig helfen die allerdings weichen Aromen von Graprefruit- und Pampelmuse. Naja.

Zoltán Szabó, Hosszúhetény (Pécs)

Der junge Kerl hatte mit dem 2006er Riesling vermeintlich einen Treffer gelandet, den er so schnell nicht wiederholen konnte. Leider konnte ich am Wochende lediglich den 07er kosten, der war dan auch noch korkig. Und hier bei der Verkostung gab es wider aller Ankündigungen dann doch keinen Riesling. schade, denn alle anderen Weine sind zwar als eigenständige Gewächse aufgetreten, fallen aber eher unter die Kategorie eienwillig bis schwer verkäuflich. Vermulich auch deshalb (!?) und weil zahlreiche noch sehr jung waren, ist unter den Verkosteten lediglich der Cirfandli 2007 im offenen Verkauf.

Juhfark 2009

Weiß nicht, wann ich zuletzt einen Juhfark trank, der nicht aus Somló war. Sehr rauchige, gar speckige Nase (Fehler?!), Stroh, und nach einiger Zeit auch Mandarinen und ganz fein Eukalyptus ausmachbar. Zart cremige Textur, gelbe Äpfel, gut eingebundene Säuren, recht würzig dem Ende zu. Eigenartiger Juhfark.

Pécsi Cirfandli 2009

Schweißige mostige Nase, etwas Honig ausmachbar. Am Gaumen gedeckte helle Frucht, wie parfümiert wirkend, wohl hoher Alkoholgehalt, ich habe nicht fragen können, jedenfalls sehr stark, unangenehm schwer, nachtragend. Nein danke.

Pécsi Cirfandli 2007

Der erste goldgelbe Vertreter der Weißweinzunft an diesem Nachmittag. Rauchig-hölzerne Nase, Birnen und Aprikosen. Am Gaumen halbreifes Fallobst, Kopfsalat (!) neben mineralisch-steinigen Säuren. Nicht uninteressant.

Chardonnay válogatás 2008

Eine Chardonnay Auslese, spät im Oktober geerntet. In der Nase sehr schön, eine echte Tropenfruchtbombe, Mango, Maracuja, Banane und Ananas, im Hintergund feine mineralische Spuren. Am Gaumen dann sehr enttäuschend, sich versteckend – ohne jedoch Potential für die Zukunft zu zeigen. Und das trotz oder gerade wegen 15 % Vol. Alkohol. Kaum wahrnehmbare Frucht, zum Ende hin bittere, grüne Mineralität. Ein Nasenwein, sonst nichts.

Morgen dann, Teil II der Weißweine: von Somlói Apátsági Pincészet (Somló) und Szentesi József (Etyek-Buda)

2 Antworten

  1. Was ist denn das für eine Neuerung, plötzlich werden Händlerwebseiten verlinkt? Man wundert sich schon ein wenig…

    • Das ist ja putzig. Da ist ja jemand eifersüchtig! OK. Hast ja irgendwie Recht. Andererseits, zu Terroirclub hatte ich glaube ich auch mal einen Link gesetzt.
      Na gut, also dann. Here we go: mywine.hu
      Besser jetzt?
      😉

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  1.  Vorstellung der handgemachten Weine von fünf Winzern, Teil II: Weißweine von Somloi Apatsagi Pinceszet (Somlo) und Szentesi Jozsef (Etyek-Buda) | BorWerk - Das Blog über ungarische Weine
  2.  Vorstellung der handgemachten Weine von fünf Winzern, Teil III: Rotweine von Szentesi Jozsef (Etyek-Buda) und Szabo Zoltan (Pecs) | BorWerk - Das Blog über ungarische Weine

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