Pinot Noir vom Weingut Gál sind allein schon deshalb beachtenswert, weil der bereits verstorbene Tibor Gál die Burgunder-Rebsorte nach Ungarn brachte und maßgeblich föderte. Purpurfarben im Glas, zu den Rändern hin deutlich ins Bäunliche gehend, kräftig schlierend. Warme, sofort präsente, dichte Nase, eingemachte rote Kirschen, feines warmes Holz und feine Kräuterwürze. Am Gaumen warme volle runde Frucht aus überreifen roten und schwarze Kirschen, leicht süßlich, fast wie Marmelade, ausgesprochen weiche, zart schmelzige Textur. Auch hier sehr sanfte Aromen leicht getrockneter Kräuter, nach einiger Zeit an der Luft kommen auch die für Eger typischen erdig-waldigen Töne hervor, fein adstringierend, das Holz des Ausbaus in gebrauchten Barriques steht ganz dezent im Hintergrund, baut schönen Druck auf, im mittleren bis langen Abgang nussig. Schöner Pinot, der jetzt sehr gut trinkbar ist. Am zweiten Tag hatte er leider schon etwas abgebaut. Im direkten Vergleich zum Ferenchegy Pinot Noir von St. Andrea wirkt der Síkhegy logischerweise reifer, auch klassischer und verständlicher. Der Ferenchegy ist dafür etwas Besonderes, Solitäres, das man mag oder nicht und wohl (auch) viel Potential in sich birgt.

Wein: Síkhegy Pinot Noir 2004
Weingut, Ort: Gál Tibor Pincészet – GIA, Eger
Rebsorte/n: Pinot Noir
Alkoholgehalt: 13,5%
Preis:  ca. 23 EUR (5.940 Ft)
Internet: galtibor.com

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  1.  Tekenöhati Pinot Noir 2006, Thummerer Vilmos, Eger | BorWerk - Das Blog über ungarische Weine

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