Nach der Szeleshát-Verkostung eine weitere, die sich um ein zwar schon länger bestehendes, aber erst langsam bekannter werdendes Weingut aus Szekszárd dreht: um die Prantner Pince. Dass ich einieg Tage zuvr erst den Kadarka in meiner Serie hatte, war Zufall. Die Verkostung fand im kleinen Kreis statt, unter Freunden. Ich selbst wurde indirekt, dank des Weinhändlers meines Vertrauens eingeladen.  Dieser glänzte wie immer durch Abwesenheit, so dass ich mehr als willkommen war und seinen Platz einnehmen konnte.

Das Szekszárder Familienunternehmen bewirtschaftet in der x-ten Generation mittlerweile 10 Hektar. Bislang waren sie kaum bekannt, ziehen nun aber ganz allmählich die Aufmerksamkeit der Händler und Weinliebhaber auf sich. Die Formel, mit der sie erfolgreich sind ist so simpel, wie leider selten – zumindest am ungarischen Markt: Prantner macht schöne Weine zu angemessenen Preisen. Die Betonung liegt auf dem zweiten Teil, der Einpreisung. Darüber wurde dann am Abend mindestens so oft gesprochen, wie über die Situation am markt an sich und die Chancen für ungarische Weine im Ausland und die Bedrohung durch die internationale Konkurrenz. Der sympatische Juhász Tibor, an sich für die Weine verantwortlich, führte durch die Probe. Ich selbst war an jenem Mittwochabend nicht wirklich fit, konnte mich nicht so konzentrieren, wie es nötig gewesen wäre. Deshalb fielen die Notizen auch kürzer aus als üblich. Das bitte ich zu entschuldigen.

Den Anfang machte ein halbtrockener Olaszrizling, für den sich Juhász Tibor schon im Voraus entschuldigte. Er kommt nicht in den offenen Verkauf, 3.000 Flaschen werden lediglich für Gäste hergestellt, weil zumeist Nachfrage nach wenigstens einem Weißwein besteht. Der halbtrockene Ausbau erwies sich zudem als am erfolgreichsten.

Olaszrizling 2009

Wie gesagt halbtrocken ausgebaut, mit 10 g/l Restzucker. Und in der Tat, ein einfacher, leicht verständlicher, gut trinkbarer Weißwein. In der Nase floral, Äpfel, Mandarinen, Zitrusfrüchte. Am Gaumen mit feinem Schmelz, fruchtig, fein säuerlich, Honigmelone, Birnen und etwas Karamell. Netter, anspruchsloser  Aperitif .

Kékfrankos Rosé 2009

Der Blaufränkisch war 4-5 Stunden auf der Maische, ist mit 4% Restzucker fast schon als halbtrocken zu bezeichnen. Hell, Hautfarben. Mit klarer, feiner Säurestruktur, schön ausgewogen, Aromen von Himbeeren, Heu, auch etwas Rauchiges. Kurz, schlank, gut.

Kadarka 2008

In der Nase Zwetschgen, rauchig-würzig, etwas zurückhaltend. Am Gaumen eine schöne Frucht aus reifen Zwetschgen, welche dominiert, schön abgestimmte Säuren, gegen Ende ziemlich adstingierend. Leichter Körper, kurzer bis mittlerer Abgang.

Kadarka 2008 Selektion

Interessant, weil vor allem anfangs doch anders geartet, als der noch am Wochenende für meine Duell-Reihe geöffnete identische Wein.  Mal wieder eine kleine Lehre in Sachen, dass es Unterschiede geben kann von Flasche zu Flasche. Hierfür wurde ein wenig selektiert und bei der Verarbeitung im Keller bevorzugter behandelt. Im Direktvergleich dichter, kompakter in der Nase. Zu den Zwetschgen gesellen sich Sauerkirschen, Minzaromen und Bitterschokolade. Auch am Gaumen voller, sogar gereifter wirkend, warm. Rosinen, dunkle Früchte, etwas rauhes Holz, nicht allzu breit. Mittlerer Abgang.

In Kürze: Merlot, Cabernet Franc, zwei Cuvées und Cabernet Sauvignons…

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