Fekete Béla

Rizling 2006

In Ungarn wird gerne Kundenverwirrung betrieben. Wo Rizling drausfteht ist fast immer Olaszrizling drin oder mit drin. So auch hier, wo ersteres zutrifft. Interessantes Bouquet, warme fast erdige Töne, getrockenete Aprikosen. Am Gaumen dann mit wenig Körper, einzig spitze, grüne Säuren schieben und schieben, die einzige Frucht erinnert an unreife geschmacklose Äpfel. Merkwürdig.

Furmint 2006

In der Nase Botrytistöne, Rosinen, aber unsauber wirkend, ein schwer definierbares grünes Etwas. Am Gaumen erstaunlich wenig Säuren, aber gut integriert, doch auch hier ansonsten schwer einordenbar, grüne Früchte, fast schon exotisch, urwüchsig, vegetabil-animalisch – könnte manche absolut begeistern, die Mehrheit aber eher mit Unverständnis die Gläser stehen lassen.

Insgesamt hat sich Fekete, der in meinen Augen für einen schlichten, eher filigranen, glasklaren Old-School-Stil stand, in eine merkwürdig, nicht vorhersehbare Richtung entwickelt – zumindest was diese beiden Stichproben anbelangt.

Laposa Pincészet

Rizling² 2008

Ein Olaszrizling (Welschriesling) und Rajnai Rizling (Riesling) Cuvée. Subtiles, weil jung noch gedecktes, kühles Bouquet, vor allem von floralen Tönen bestimmt, etwas Pfirsich und Birne, kaum mineralisch. Am Gaumen frisch und schlank daher kommend, filigranes Säuregerüst, wenig frucht in Gesalt von halb reifen Aprikosen, Birnen, Äpfeln und Pfirsichen. Im Abgang metallisch, bitter. Mit mehr Druck könnte das spannend sein – so wirkt er ein wenig undefiniert.

Bazaltbor 2007

Der „große“ Olaszrizling vom jungen Laposa vom Somló (das Weingut hat auch noch Rebflächen am Badacsony und Csobánc, d.h. am Plattensee). Warmes, von steiniger Mineralität geprägtes Bouquet, gelb-grüne Früchte im Hintergrund. Am Gaumen mit ganz zartem Schmelz aufwartend, gute Würze und recht kräftige Säuren bilden das Rückgrat, die Frucht ist nur schwach ausgebildet, dafür zeigt sich eine stumpfe, ins grünlich-bittere driftende Mineralität. Nicht so sehr mein Fall, könnte sich aber noch interessant entwickeln.

Kreinbacher Birtok

Kőkonyha 2007

Ich habe mich diesmal auf den Topwein des Weinguts beschränkt, der „Steinküche“, einem Cuvée aus Olaszrizling, Furmint und Hárslevelű. Kühles, fein mineralisch-würziges Bouquet, mit sanft-vegetabilen Noten: leicht krautig, auch Kapern, daneben troische Früchte, aber alles sehr dezent. Am Gaumen viel weniger ein Somlóer als viele anderen, zwar mit recht kräftigen Säuren, diese aber sind gut eingebettet in ein filigrales Ganzes mit leicht cremiger Textur, mit ordentlichem Druck, Aromen von trockenen Gräsern, Zitrusfrüchten, getrockneten Aprikosen. Schöne Länge, Lagerung wird ihm sicher noch gut tun.

Morgen dann noch Teil III mit den Weinen von Somlói Apátsági Pincészet und Hollóvár (Takács Lajos)

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