Nach der Präsentation des Jahrgangs 2008 hatte die Vereinigung der Somlóer Winzer (Somlói Tavasz Egyesület) am heutigen Abend und damit acht Monate später schon wieder in die Räume des Festetics Palota geladen. Somló ist das kleinste Weinbaugebiet Ungarns, entsprechend überschaubar ist die Anzahl nennenswerter Erzeuger. Dennoch oder gerade deshalb macht es ein jedes Mal Spaß, sich ein Bild von den jeweiligen Interpretationen der stark vom Terroir geprägten Weine zu machen. Mineralität wird am Vulkankegel ganz groß geschrieben. Kaum findet man derart ausdrucksstarke Weißweine auf so engem Raum, doch genau das macht das Verkosten auch schwierig.

Und so muss man auch oder gerade erst recht wenn es um Somló geht, Abstriche bei der Verkostung machen, einige Weine oder gar Erzeuger auslassen. Anwesend waren: Bogdán Birtok, Csordás-Fodor Borház, Dénes Hegybirtok, Fazekas Borpince, Fekete Pince, Györgykovács Kispincészet, Hollóvár Pincészet, Kreinbacher Birtok, Kolonics Károly Családi Pincészet, Laposa Pincészet, Somlói Apátsági Pince, Spiegelberg Borpince, Szabóvári Pincészet, Szent Ilona Borház und Tornai Pincészet. Es war einmal mehr ein Feuerwerk der Säuren und mineralischen Töne, und der Apfel und Birnenaromen…

Dénes Hegybirtok

Olaszrizling 2007

In der Nase noch etwas gedeckt, aber ziemlich vielschichtig nach einiger Zeit an der Luft. Leicht grünliche Töne, steinig mineralisch, rauchig, mit Tönen von verbranntem Gummi, frische Kräuter, Frucht in Gestalt von etwas Mandarine und Apfel, fein pfefferwürzig. Am Gaumen dann enttäuschend eindimensional, sehr leicht, zwar mit ordentlichen Säuren, klarer Mineralität aber ohne viel Frucht und Struktur.

Olaszrizling 2006

Ganz anderer Typ, wärmer, runder in der Nase, deutlich zeigefreudiger, vor allem reife gelbe Birnen und rote Äpfel. Auf letztere trifft man auch am Gaumen wieder, daneben Orangen und Birnen, feine mineralische Note, ein gutes Stück breiter als der 2007er aber auch hier fehlt es an Komplexität, schöne Säuren.

Györgykovács Imre

Furmint 2008

Schon erstaunlich nah und da, präsent in der Nase: dicht, füllig. Warme, vegetabile Noten, reife grüne Äpfel. Am Gaumen dann schlanker als das Bouquet hätte vermuten lassen, anfangs und gegen Ende etwas zu spitze Säuren, doch das legt sich gewiss noch. Die Frucht ist noch wenig ausgeprägt, Zitrusfrüchte und unreife  Äpfel. Etwas enttäuschend, da ich den glasklaren Stil von Györgykovács im März mochte, hier vermisste. Insgesamt aber auch noch einfach jung, braucht noch seine Zeit.

Tornai Pincészet

Juhfark 2007

Grüne Kräuter und blanchiertes  Gemüse, leicht bittere, gar etwas beißende Würze in der Nase. Im Mund erstaunlich dicht für den „Massenproduzenten“ Tornai – und, ebenso erstaunlich, recht mineralisch (obwohl die Parzellen so sehr am Fuße des Somló liegen, dass das klassische Terroir nicht erwähnt werden dürfte). Feiner Schmelz, grüne Früchte, v.a. unreife grüne Birnen, ordentliche Säuren.  Schöner „Einsteiger“-Juhfark.

Furmint 2007

Beide Weine im Glas erstaunlich dunkel, Strohgelb . In der Nase mutet der Furmint fast ein wenig exotisch an, mit Anklängen von Kiwi  und gar etwas Banane, daneben rote Äpfel. Den Gaumen mit feinem Schmelz betörend, dafür aber etwas kurz geraten. Nicht allzuviel Frucht, dafür schöne, klare Säuren, die im Abgang etwas grünlich wirken ganz ordentliche Extrakte.

Nichts wirklich überzeugendes oder gar begeisterndes dabei, morgen dann der nächste Teil…

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