kadar-weinKürzlich wurde ich auf eine Anzeige in einem struktur- und inhaltslosen „Hochglanz“ Kunterbunter-Content-Magazin namens Joker hingewiesen. cover_jokerWeder Magazin noch den darin ganzseitig beworbenen Wein hatte ich zuvor gesehen. Nicht dass es mir darauf ankäme, ihn mal zu probieren, allzu interessant wird der Tropfen sicher nicht sein. Nein, es geht mir vielmehr um die Vermarktungsstrategie, die dahinter steht.

Da wirbt jemand mit dem grüßenden Kádár, dem Generalsekretär (1956-88) der Kommunistischen Partei Ungarns und weist gar auf Englisch  (sicher nicht zweideutig meinend) darauf hin, dass es sich um ein „Product of Hungary“ handelt. Der Inhalt ist ein Blauer Portugieser aus Szekszárd, von welchem Keller auch immer. Kádár scheint Teil offensichtlich Teil einer „Nosztalgia borsorozat“, einer Wein-Nostalgie-Reihe zu sein. Da fragt man sich gleich, ob das Konzept wenigstens stringent weiter geführt wird, mit Honecker, Stalin, Gomułka und was weiß ich wem sonst noch…?

Und wie groß die Anzahl Interessierter ist, die des Etiketts wegen so etwas kaufen – denn der Inhalt wird es kaum ausmachen. Die Vergangenheitsbewältigung steht eigentlich nach wie vor aus, doch von manchen werden in diesen harten Zeiten gar die „guten alten Zeiten“ wieder herbei gesehnt. Und auf diese wird wohl neben ausländischen Touristen gesetzt. Aber letztlich ist es im besten Falle nur frech, für manche Menschen aber sicherlich pietätslos, auf solch eine Karte zu setzen. Ach ja, folgt man der groß gedruckten Homepage von vinalia.hu, landet man auf einer leeren Seite. Schade, ein paar weiterführende Informationen wären vielleicht doch interessant gewesen. Möglich, dass alles nur ein kurzer Spuk ist.

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