Sauvignon Blanc Benchmarking 04: Friaul vs. Etyek

Sauvignon Blanc Benchmarking 04: Friaul vs. Etyek

Nach der kleinen bis mittleren Kathastrophe beim letzten Benchmarking wollten wir, zumindest was Ungarn anbelangt, auf Nummer sicher gehen. Daher bot sich der Sauvignon Blanc von Debreczeni Szőlőbirtok aus Etyek an, der zu den besten seiner Gattung innerhalb der ungarischen Landesgrenzen zählt. Sein Gegenpart kam diesmal aus dem äußersten Nordosten Italiens, aus dem Friaul, von Silvio Jermann.  Beide entstammten dem Jahrgang 2007, mit 16,95 EUR schlug der Italiener zubuche, für den Ungarn werden rund 3.330 Ft, sprich 12 EUR verlangt.
Das Friaul ist aber ja bekannt als recht teures aber gutes Pflaster für Weißweine – und Jermann zählt neben Schiopetto gewiss zu den drei-vier ganz großen Namen vor Ort. Ich selbst hatte von Debreczeni noch nicht getrunken, war also umso mehr gespannt, wie sich der Ungar schlagen würde.

Und siehe da, anfangs, bei der Blingverkostung, lag man zum ersten Male falsch, hätte man doch glatt den Ungarn mit dem Italiener verwechselt!

Debreczeni, Sauvignon Blanc 2007

Debreczeni, Sauvignon Blanc 2007

Beide waretn quasi identisch mit leuchtend klarem Strohgelb auf. Der Ungar mit den schon mehrfach wahrnehmbaren vegetabien Kohl-Noten, daneben Stroh und Honigmelone. Schönes, frisches, animierendes Frucht-Säure-Spiel, glasklare Frucht, schwieirg beschreibbar, weil etwas eindimensional. Aber wirklich gelungen, mehr als nur gefällig.
Der Italiener eher floral, Pfirsich, Heu. Am Gaumen anfangs enttäuschend, geprägt von harten Säuren und Bitterstoffen, wenig Frucht. Braucht dann sehr lange, bis er sein zweites Gesicht zeigt. Im Grunde war er am Folgetag, nachdem der Rest gekühlt in der Flasche die Nacht verbrachte jene reifen Aromen, die man von Beginn an erwartet hatte: Quitten und Birnen schälen sich heraus, nach wie vor straffes Säuregerüst, wohin soll es auch ve

Jermann, Sauvignon 2007

Jermann, Sauvignon 2007

rschwunden sein, aber eben im Hintergund. Und ordentliche Länge.

Beide wussten zu überzeugen, wenn auch nicht zu begeistern. Trotz allem, und sei es aus einer Anwandlung von Lokalpatriotismus, die zumindest ein Mal auch hier erlaubt sei, würde ich dem Debreczeni den Vorzug geben – und dabei schließlich auch bares Geld sparen.

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