Kadarka von Heimann und Balla

Kadarka von Heimann und Balla

Auf einschlägigen Seiten im Internet oder in so manchem Standardwerk wird Kadarka erstaunlicherweise immer wieder als ungarische Rebsorte ausgewiesen. Ein Stück weit kann man das sicherlich damit erklären, dass die Rebe heutzutage hauptsächlich in Ungarn angebaut wird. Daneben kommt sie noch in Österreich, der Wojwodina (Serbien), Rumänien (als Cadarca) und Bulgarien (dort wird sie mit nahezu allen Vokal-Variationen versehen Gamza, Gimza, Gomza, Gymza genannt) vor. Ihr eigentlicher Ursprung liegt aller Wahrscheinlichkeit nach in Persien, von wo aus sich die Traube über den Mittelmeerraum bis zum Balkan verbreitete, um erstmals in nennenswerten Mengen kultiviert zu werden.
Eines der bedeutendsten Anbaugebiete lag lange Zeit im heutigen Albanien, am See Shkodër. Von dort stammt auch der Name der Rebsortenfamilie, Kadarka (über die Familienzweige und Klone werde ich separat schreiben). Und vom Balkan aus hielt sie auch Einzug nach Ungarn, nachdem nach der Schlacht um Varna die Rác, ein ungarischer Bevölkerungsteil Serbiens, aus dem heutigen Bulgarien vor dem Türkensturm nach Ungarn flohen. Sie brachten nicht nur die Rebstöcke, sondern auch das spezielle Knowhow für den An- und Ausbau mit. Fortsetzung im nächsten Teil…

Balla géza, Ménesi Kadarka 2006

Balla géza, Ménesi Kadarka 2006

Kadarka 2005, Balla Géza, Ménes (Rumänien)

Mittleres, klares Purpur. Frische Nase mit Himbeeren, Erdbeeren, gar Sherrytöne, leicht rauchig. Im Mund Trockenpflaumen, Schokolade, Nelken und türkischer Honig neben kräftigem, etwas grünem und daher etwas unangenehm dominantem Holz, zusammen mit deutlicher Bitterkeit. Insgesamt sehr wildwüchsig, ungebändigt, zu säuredominant. Mittlerer Abgang.

Wein: Ménesi Kadarka 2005
Weingut, Ort: Balla Géza, Ópálos (Paulis) / Rumänien
Rebsorte/n: Kadarka
Alkoholgehalt: 13,5% Vol.
Preis: 10,10 EUR (2.780 Ft)
Internet: wineprincess.ro

Heimann, Kadarka 2007

Heimann, Kadarka 2007

Szekszárdi Kadarka 2007, Heimann, Szekszárd

Mittleres Purpur, quasi identisch mit dem Balla. Anfänglich gedecktes, letztlich aber fein-filigranes Boquet aus Zimt, Nougat, Zwetschgen – fast ein wenig weihnachtlich anmutend. Auch hier im Mund etwas grünes Holz, milde Frucht, Kräuteraromen und Zwetschgenkompott, wenig Säure und kaum wahrnehmbare Gerbstoffe, kurzer Abgang.
Wein: Szekszárdi Kadarka 2007
Weingut, Ort: Heimann Pince, Szekszárd
Rebsorte/n: Kadarka
Alkoholgehalt: 13,0% Vol.
Preis: 8,55 EUR (2.345 Ft)
Internet: heimann.hu

Ich schwanke sehr. Der Mann in mir drängt zur Kadarka-Interpretation von Balla Géza. Das rundere, stimmigere Gesamtpaket gibt letztlich jedoch aber schon Heimann ab.
Szekszárd vs. Rest der Welt 2:1

Zur Einleitung und zum Teil I der Kadarka-Serie: Borműhely (Szekszárd) vs. Frittmann (Kunság)
Zum Teil II der Kadarka-Serie: Heutige Verbreitung des Kadarka in Ungarn. Duell II Villányi Kadarka 2006, Vylyan (Villány) vs. Kadarissimo 2006, Szt. Gaál Pince (Szekszárd)

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  1.  Die Landnahme des Kadarka in Ungarn. Duell IV: Kadarka 2007, Takler, Szekszárd vs. Görbesoros Kadarka, Orsolya, Eger | BorWerk - Das Blog über ungarische Weine

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