Losonci, Siller 2008

Losonci, Siller 2008

Helles kräftig leuchtendes Purpur. In der Nase wie eine Himbeerbowle, fruchtig und alkoholisch. Am Gaumen sehr alkoholisch, unerträglich, die Frucht kaum erkennbar in den Hintergrund gedrängt. Rudimentär lassen sich unreife Erdbeeren und bitter-saure Orangen erahnen. Mehr als enttäuschend, angesichts der tatsache, dass der Wein von einem jungen Winzer stammt, dem man Potential nachsagt. Hätte meiner Meinung nach so gar nicht auf den Markt kommen dürfen. Am ehesten lässt sich noch ein Fröccs, ein Gespritzer, eine Schorle daraus machen.

Wein: Magyar Frankos – Kékfrankos Siller 2008
Weingut, Ort: Losonci Pince, Gyöngyöspatár
Rebsorte/n: Maygar Frankos, Kékfrankos (Blaufränkisch)
Alkoholgehalt: 13,5% Vol.
Preis: 5,69 EUR (1.590 Ft)
Internet: losonci.hu

2 Antworten

  1. Also. Ich zitiere hier mal die ungarischen Kollegen:

    (…)Auch im Duft genau, wie er sein soll. Kirsche, Erdbeere, erdig und weisse Schokolade. Am Gaumen dynamisch, fruchtig, erfrischend, keineswegs oberflachlich. Wieder treffen wir auf schöne Säuren und Frucht, die fantastisch mit dem Duft im Einklang ist, denn da ist sie wieder: die Kirsche, die Erde, die weisse Schokolade. Natürlich ist der Wein ein wenig dicker, als man von einem Schiller erwartet, jedoch verlässt er die Kategorie nicht. Vielleicht ist im Abgang die Bitterkeit ein wenig zu viel, dafür bleibt er äusserst lange auf der Zunge. Starke 5 Punkte.

    Nun?

    • Herr Willmann, wir wissen doch beide ganz genau, dass das dieselben Kollegen sind, die dem zwar sauber, ordentlich ausgebauten, aber völlig unspezifischen, in keinster Weise außergewöhnlichen Alltagsrotwein 2007er ‚A kutyafáját‘ von St. Andrea sage und schreibe 6 Punkte gegeben haben- dem 2006er „Áldás Bikavér“ aus demselben Hause hingegen nur 4. Nun ist der Áldás zwar auch nichts Besonderes, aber allemal besser als das Hundegeheul. Und dann soll man die Punktevergabe dieser Kollegen ernst nehmen? Losonci wird eben – wie es bei vielen anderen zukünftigen Möchtegern-Größen am ungarischen Winzerhimmel der Fall ist – gerne ein wenig gepuscht, weil es „in“ ist, schick ist, die jungen, „dynamischen“ Kerlchen zu fördern. Objektivität geht dabei mal schnell verloren. Da fällt mir noch was ein: wenn ich recht erinnere, hatte ein mir bestens bekannter Weinhändler seinerzeit zur Áldás-Bewertung gesagt, dass dort zum Wohle einer höheren Punktevergabe vermeintlich nachgeholfen wurde, um den Verkauf ein wenig anzukurbeln. Kann mich nur gerade nicht daran erinnern, welcher Weinhändler das war…?

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