Kerkaborum, Vörcsöki Fumrint und Vörcsöki Furmint Reserve 2007

Kerkaborum, Vörcsöki Fumrint und Vörcsöki Furmint Reserve 2007

Über den 2006er Vörcsöki Furmint von Kerkaborum habe ich eine der allerersten Verkostungsnotizen auf BorWerk geschrieben. Ein Jahr später nehme ich den 2007er Jahrgang zum Anlaß für eine kleine Geburtstagsnotiz.

Es freut mich, dass einige Menschen auf mein Blog gestoßen sind, die mal mehr und mal weniger gezielt auf der Suche waren. Sie haben nach Informationen zu ungarischen Weinen gesucht und wurden mit etwas Glück bei mir fündig. Ob die Information, die sie bei mir gefunden haben hilfreich, vielleicht sogar unterhaltsam, lehrreich oder gar spannend war, darüber kann ich leider nur mutmaßen. Denn so sehe ich zwar regelmäßige Besucher, aber nur äußerst selten Kommentare. Das ist schade, denn ich würde gerne ein wenig Feedback haben zu dem was ich mache. Wie ich es mache – um ggf. auf Anregungen, Tipps oder Wünsche einzugehen.

Abgesehen von diesem kleinen Manko, das ja eher mein persönliches Problem ist,  fühle ich mich jedoch darin bestätigt, was ich mache weiter zu führen und auch künftig mindestenstens so viel Energie hinein zu stecken, wie bisher. Weil es mir Spaß macht, aber vor allem – und das soll nicht eingebildet klingen – weil der ungarische Wein es verdient, dass sich zumindest einer in deutscher Sprache regelmäßig mit ihm beschäftigt. Das gilt mit jedem Monat mehr denn je, denn das Qualitätsniveau steigt und das Angebot insgesamt verbessert sich. Irgendwann werden auch andere Weinliebhaber das merken und ihre Freude an ungarischen Weinen haben. Da bin ich mir sicher.

Zum neuen Jahrgang des Vörcsöki Furmint, der inzwischen auch einen Bruder zu Seite gestellt bekommen hat, eine Reserve:

Vörcsöki Furmint 2007

Zuerst freut es einen, dass der Preis derselbe geblieben ist. Gleich danach ist die Freue umso größer,  als klar wird, dass man nach wie vor für diesen Preis einen richtig guten Furmint bekommt. Das weiß man umso mehr zu schätzen, wenn man den spannenden Markt der trockenen Furmint betrachtet, der in den vergangenen Monaten bzw. 2-3 Jahren sich schnell entwickelt und alsbald zu teils absurd hohen Preisen geführt hat. Erst recht, wenn man einen vergleichenden Blick nach Deutschland wirft, wo man manchen weltbekannten Top-Riesling preiswerter erstehen kann. Aber der Markt wird das sicher regeln.

13,5% Vol. Helles Strohgelb im Glas. In der Nase reife Birnen und Wachs, feine, gedämpfte Säuren. Am Gaumen sofort sehr präsent, schöne ausgeprägte frische, dichte Frucht, Stachelbeere und spritzige Zitrusaromen. Feine, leicht rauchige Mineralität, die Würze und Gegengewicht zu den frischen Säuren gibt. Ein echter Spaßmacher, jedoch mehr als nur ein oberflächiges Vergnügen für 5,69 EUR bzw. 1.690 Ft.

Vörcsöki Furmint Reserve 2007

Der große Bruder wurde Ende September und damit vor dem großen Regen geerntet. 12 Monatle reifte die Reserve in 500l Holzfässern. Mächtige 14,5% Vol. Zu Beginn deutlich verschlossener. Nach und nach zeigen sich leicht buttrige Noten, deutliche Botrytis-Töne, überreife Quitten, eine feine mineralische Art. Am Gaumen cremiger aber auch kantiger, anfangs fast hart wirkend, jedoch steuert die Restsüße dem entgegen. Ingwer-, Muskat- und Kiwiaromen, daneben rauchig steinige Mineralität. War jedenfalls eine gute Idee, die Reserve zu machen – für 8,59 EUR bzw. 2.490 Ft auch preislich absolut in Ordnung und „kaufenswert“.

3 Antworten

  1. Meine Frau und ich hatten am vergangenen Wochenende in Budapest das große Glück, auf Empfehlung einen Tisch im Restaurant „Fausto’s“ zu ergattern (www.fausto.hu). Der zum Hummer gereichte Furmint Reserva 2007 von Kerkaborum war eine Offenbarung und gleichzeitig Motivation, sich am selben Abend noch mit weiteren Weinen aus Ungang zu beschäftigen. So z. B. einem Tramini 2007 von Pannonhalmi, der ebenfalls mehr als nur einen Versuch Wert ist.

    • Das freut mich außerordentlich. Der Furmint, also der Rebsorte an sich, wird schon seit längerem großes Potential zugesprochen. Berühmte Weinkritiker wie Hugh Johnson und Jansis Robinson sehen sie mittelfristig sogar neben Riesling und Chardonnay, was ihre Qualität anbelangt. Und meint damit eben gerade nicht „nur“ solitär oder als großer Partner des Hárslevelü, des Lindenblättrigen, in Aszús, sondern trocken ausgebaut.
      In Ungarn hat der trockene Ausbau erst in den letzten zwei-drei Jahren so richtig begonnen und sich inzwischen zu einem echten Trend entwickelt. Der Kerkaborum ist ein gutes Beispiel dafür, dass man bereits recht günstig ausgesprochen gute Weine bekommen kann. Ganz warm empfehlen kann, nein muss ich den Határi Furmint 2006 von Homonna Attila. Wenn Sie noch oder mal wieder in Ungarn sind, können sie den bei der Ladenkette Bortársaság erhalten (Seite auch Englisch). Oder den Lapis Furmint 2007 von Demeter Zoltán. Beide sind im Vergleich zu bekannten trockenen deutschen Rieslingen nicht gerade billig, aber absolut trinkenswert und lange lagerfähig.

  2. zu solch günstigen Konditionen würde ich auch gerne kaufen , nur wo?
    Habe mal bei ungarischem Weinhaus ,Bergen geschat ,da kostet Furmint 8,50€ und Reserve
    13 !

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