Pfneiszl, Távoli Világ

Pfneiszl, Távoli Világ

Nein, ich habe nicht vergessen den Jahrgang anzugeben. Das Cuvée távoli világ, weite Welt, ist ein schöner und spannender (Marketing-)Ansatz aus dem Hause Pfneiszl. Ein Rotwein, der in einer 0,5l-Flasche daherkommt, ohne Jahrgangsangabe, ohne dass die Rebsorten, aus denen er besteht voll ausgeschrieben sind. Und der als Tafelwein zu 10 EUR verkauft wird. Der Kenner kann sich denken warum: weil die meisten Rebsorten nicht offiziell zum Anbaugebiet Sopron gehören und daher nicht als Bestandteil eines Qualitätsweins ausgewiesen werden dürfen.  Und er kann sich auch zusammenreimen, dass sich Shira(z), Carmen(ere), Malbe(c), Zin(fandel), Sangio(vese) hinter den Versatzstücken befinden. Die junge Birgit Pfneiszl hatte eine Weltreise unternommen und aus Australien, Chile, Argentinien, Kalifornien und Italien jeweils Setzlinge der typischsten lokalen Rebsorte mit nach Hause gebracht. Heraus kam ein interessantes, absolutes Novum – und das ist der erste „Jahrgang“, die erste „Release“.

Bräunliches leicht trübes Rubinrot. Recht dicht im Glas. Etwas kühles Holz in der Nase. Daneben Bitterschokolade und Trockenfrüchte. Insgesamt ziemlich zurückhaltend. Im Mund dunkle Früchte, Holunder und Brombeere, fein würzig, sehr mild, fast süßlich, daneben eine Spur zu viel weiches, kühles Holz. Recht konzentriert, aber es fehlt dann doch die Komplexität. Etwas zu rund, vermeintlich egalisieren sich die einzelnen Einwanderer(rebsorten), wirkt für meinen Geschmack genau deshalb ein wenig charakterlos. Aber durchaus
schöner Wein und natürlich muss das Projekt gut geheißen und soll unbedingt weiter getrieben werden.

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