zwack_isabellaNach Teil eins und Teil zwei waren zum Abschluss noch einige Weine von Gróf Buttler aus Eger geboten. Er gehört sicherlich zu den Aufsteigern der vergangenen Jahre. Dabei vergaß er nicht, die Preise seiner Weine steigen zu lassen. Was mich am Ende dieser Probe zu dem eindeutigen Resümee förmlich zwang, dass ich persönlich nicht bereit wäre bzw. bin, für die dort verkosteten Weine die gewünschten Preise zu zahlen. Da hat meiner Meinung nach jemand zu schnell am Rad gedreht.

Egri Chardonnay 2006

Eine reinsortige, in Barrique ausgebaute Chardonnay Selektion aus der Lage Szarkás tető. Helles Goldgelb im Glas. Viel Kraft und mächtige Säuren strömen einem aus dem Glas entgegen. Anklänge von Quitten und Ananas, der Alkohol dringt recht hart, uneingebunden durch, auch ein wenig unterfüttert und deutliche eiserne Mineralität. Ein wenig zu viel, wirkt für mich unausgewogen. Für rund 17 EUR zu haben.

Egri Pinot Noir Nagy Eged 2005

Aus schwindelerregenden 4-500 Metern Höhe und der besten Lage des Weingut, aus Nagy Eged. Ungefiltert, daher etwas trüb, leicht bräunliches rubinrot. Etwas merkwürdige Nase, geschmortes Fleisch, kaum Frucht, recht verschlossen wirkend. Am Gaumen schließlich schwarze und rote Johannisbeeren, sehr dezent eingesetztes Holz, weiche, warme Tannine. Schön rund aber etwas kraftlos. Mittlerer Abgang. Für rund 25 EUR zu haben.

Egri Pinot Noir Nagy Eged 2006
Etwas dunkler als der 2005er. 14,5% Vol. Frische dunkle Frucht, von Säuren fast etwas beißende Nase. Nicht so mineralisch wie sein Vorgänger, dafür mehr Frucht, Himbeeren und Kirschen. Mittlerer Abgang. Noch sehr jung und verschlossen, aber insgesamt schöner als der 2005er.

Egri „B“ Cuvée 2005

Aus Cabernet Sauvignon und Merlot, 50:50. 13 % Vol. Helles Rubinrot. Viel überreife Pflaumen, angenehme Wärme, leichte Holznoten. Am Gaumen dunkle Kirschen, kräftig, würzig pfeffrig und doch filigran, wahrscheinlich weil dankenswerterweise mal nicht am Alkoholhahn gedreht wurde. Nur der nötige Druck fehlte, ansonsten schön. Mittlerer Abgang. Rund 17 EUR.

Egri Bikavér 2005

Mittleres Purpur. Dunkles Fruchtkompott in der Nase, daneben kühles Holz und Heu. Am Gaumen dann kräftige Säuren, fast etwas scharf. Schöne Frucht, dunkles Steinobst, ordentlicher Körper. Auch mittlerer Abgang. Der und alle anderen nette Weine, zweifelsohne. Aber keine, die einen umwerfen. Schon gar nicht, wenn man wie in diesem Fall davor grob 21 EUR hingelegt hätte.

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