zwack_isabellaNach der Querverkostung bei Légli Géza, nun ein gemischtes Feld. Von einige Winzern hatte ich mir nur einen Wein ausgesucht.

Juhfark 2007, Somlói Apátsági Pince, Somló

Terroirwein soll es sein, kein Rebsortenrepräsentant. Gleichzeitig wird er doch zitiert um aufzuzeigen, zu was die Rebsorte Juhfark im Stande ist. Der derzeitige Trend auch hier: alles Handarbeit, alles natürlich, lediglich ein klein wenig Schwefel wurde eingesetzt, um ihn auf den erwünschten Weg zu trimmen. 1.400 Flaschen ergab der Jahrgang 2007. Mit satten 15% Vol. und einem Verbleib von 7 g/l Zucker.
Helles Gelbgrün. Sehr dicht und dick im Glas, mächtige Schlieren ziehen. Und sofort mit einem recht kräftigen Bouquet, das allerdings nach 10 Minuten schon nachließ. Dennoch, frische Noten von Zitronencreme, Aprikose und grünen Äpfeln. Am Gaumen Limettenschalen, viel Kraft und Mineralität, fast ein wenig zu viel. Irgendetwas irritiert einen dann doch und vermutlich ist es die Parallelexistenz von Restsüße und kräftiger Säure, die sich nicht wirklich verträgt, etwas Unstimmigkeit bringt. Aber zweifelsohne ein schöner und interessanter Juhfark.

Tokaji Dry Furmint 2007, Disznókő, Tokaj

Der erste ungarische Qualitätswein, den ich mit Schraubverschluss sehe. Die österreichischen Nachbarn kennen da ja nichts und stecken inzwischen auch 30 EUR teure Grüne Veltliner in Flaschen mit Schraubverschluss. 13,5% Vol. Sehr helles Strohgelb, ein ganz klein wenig Frucht, Spuren von Birne. Am Gaumen recht fahl, wenig Säure, in der Ferne Zitrus- und grüne Apfelaromen. Schwach. da scheinen mir auch 6,80 EUR ein wenig viel.

6 Puttonyos Aszú 2006, Dobogó Pincészet, Tokaj

Neee, wirklich komisch. Der erste den man bekam, der korkte. Dachte man. Man bekam aus einer anderen Flasche, aber das leicht beissende, etwas säuerliche, grüne Bouquet blieb. Am Gaumen Aprikosen und Pfirsich, nicht allzu süß und dick. Ordentlich. Aber so richtig ernsthaft konnte man sich nicht mehr auf den Wein einlassen.

terra nemo 2006/2007, Weninger, Sopron

Ein Wein aus senki földje, aus dem Niemandsland – deshalb terra nemo. Ein Teil der Kékfrankos-Trauben stammt von den österreichischen Weingärten der Weningers (Jahrgang 2007), der andere aus Ungarn (2006). Ein netter Marketingansatz, als Tafelwein ausgewiesen, weil er so natürlich in kein Weingesetz passt. Dunkles Purpur im Glas, warme, leicht würzige Aromen von dunklen Früchten und Zedernholz. Am Gaumen dann schlank und leicht, Paprika und Kräuter. Mittlerer Abgang. Nett, aber noch netter ist der (Marketing-)Ansatz. 9 EUR.

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