Zum TerroirClub muss ich demnächst auch mal ein paar Worte verlieren. Wie überhaupt zu den Weinhandlungen in Budapest/Ungarn. Hier sei nur gesagt, dass der TerroirClub regelmäßig interessante Verkostungen veranstaltet, bei denen auch ausländische Weine dran kommen. Daher habe ich auch Weine eines slowakischen Gutes (mit ungarisch stämmigen Besitzern) probieren können. Zuerst aber der vermeintlich interessanteste Teil, drei Furmint.

Kakas Tokaji Furmint 2007, Demeter Zoltán, Tokaj-Hegyalja

Für gerade mal 1.300 Flaschen hat es gereicht. Helles Goldgelb, dicht im Glas. Frische Äpfel- und vor  allem Minze-Aromen. Am Gaumen schön gestaltete, leicht spitze Säurestruktur (Limette), Deutlich Trockenfrüchte, vor allem Aprikosen und Rosinen. Sehr schön ausgewogen, rund. Das schlummert etwas sanft vor sich hin, was sich sicher noch sehr schön entwickeln wird.

Wein: Kakas Tokaj Furmint 2007
Weingut, Ort: Demeter Zoltán, Tokaj
Rebsorte/n: Furmint
Alkoholgehalt: 13,0% Vol.
Preis: 17,90 EUR (4.470 Ft)
Internet: www.demeterzoltan.hu

Somlói Furmint szüretlen 2007, Hollóvár pincészet (Takács Lajos), Somló

Die Fassprobe war schon vielversprechend. Inzwischen deutlich weiter entwickelt. Dunkles Goldgelb, sehr dicht im Glas, mächtige Schlieren. Früchteduftkorb: Ananas, Banane, Pfirsich. Gleich wieder auf den ersten Eindruck viel Power, stählern-steinerne Mineralität, Aprikosen, Lakritz, Eukalyptus, warm, sehr konzentriert (dem trocken-heiße Sommer sei’s gedankt, minus 40% Ertrag im Vergleich zu 2006). Mir persönlich gerade ein wenig zu brachial, aber das kann sich mit der Zeit ja noch legen.

Wein: Somlói Furmint szüretlen 2007
Weingut, Ort: Hollóvár pincészet (Takács Lajos), Somló
Rebsorte/n: Furmint
Alkoholgehalt: 15,0% Vol.
Preis: 13,90 EUR (3.480 Ft)

Ein Einschub, der nicht in der offiziellen Probe vorgesehen war, ich aber dank eines kurzen Gesprächs über Takács Lajos zusätzlich eingeschenkt bekam:

Somlói Olaszrízling 2007, Hollóvár pincészet (Takács Lajos), Somló

Auch den hatte ich ja bereits aus dem Fass probieren können. Damals enttäuschend, jetzt auch schwierig, direkt nach dem Furmint-Geschoss und auch weil die Flasche schon vor über einer Woche offen im Klimaschrank war. Erinnert nur schwer an einen Olaszrízling! Goldgelb und dick im Glas. Deutliche Botrytis-Nase, daneben frisches Gemüse, Spargel. Konzentriert, vor allem Wachholder, dann grüne Kräuter, Laub, im Abgang fast ledern. Aber irgendwie unausgewogen, kopflastig, nicht wirklich enträtselbares Ende.

Wein: Somlói Olaszrízling 2007
Weingut, Ort: Hollóvár pincészet (Takács Lajos), Somló
Rebsorte/n: Olaszrízling
Alkoholgehalt: gute Frage
Preis: k.A.

Nun aber weiter, bzw. zurück zur kleinen Furmint-Reihe und auch schon zu deren Abschluss, einer halbsüß ausgebauten Spätlese von einem der bekanntesten Tokaj-Weingüter:

Lapis Furmint 1999, Királyiudvár, Tokaj-Hegyalja

Halbsüß ausgebaut, késői szüretelésű, sprich Spätlese. Bernsteinfarben. Deutliche Bortrytis-Aromen, Orangen und Sultaninen in der Nase. Am Gaumen viel Frucht, vor allem Quitten und Birnen, auch etwas Orangenmarmelade, Banane. Nicht zu süß, schön gelungen und noch erstaunlich frisch.

Wein: Lapis Furmint 1999
Weingut, Ort: Királyiudvár, Tarcal
Rebsorte/n: Furmint
Alkoholgehalt: 12,0% Vol.
Sonstige Angaben: Restzucker: 29 g/l
Preis: 10,70 EUR (2.670 Ft)

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  1.  Verkostung beim TerroirClub, Teil I: Maurer Oszkár - Olaszrizling, Demeter Zoltán - Veres Furmint, Királyudvar - Demi Sec | BorWerk - Das Blog über ungarische Weine

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